Sonstiges

Pleiten, Pech und Pannen „Flug verpasst“

04.09.2014

Morgens 9:00 Frankfurt Hbf Rückseite, wo die Busse von Frankfurt nach Hahn abfahren (der dortige Flugplatz wird von auch Frankfurt-Hahn genannt, obwohl er 125 km weit weg liegt): 13 gutgelaunte Menschen treffen sich für ein Seminar in England. Alle freuen sich auf eine entspannte Reise in eine andere Kultur und den mit dem Seminar verbundenen Aufenthalt. Der Flug sollte in 5,5 Stdn gehen – also mehr Zeit als genug für die Fahrt zum Flughafen Hahn – die mit dem Bus normalerweise maximal 2 Stunden dauert. So der Plan. Wir kamen auf der Autobahn relativ gut voran und standen dann auf einmal drei Abfahrten vor Hahn, nach einer knappen Stunde Fahrt, plötzlich im Stau. Naja, kann passieren. Ist ja noch Zeit – dachten wir – wir sind ja fast da. Geht gleich weiter, kein Problem – was man halt so denkt. Doch nichts ging weiter, noch weniger löste sich der Stau auf. Bis dahin kam auch nirgends eine Nachricht, was da überhaupt los ist, und warum der Stau sich immer noch staute. Nach etwa einer Stunde (Abflug in 3,5 Stunden, minus eine ¾ Stunde vorher einchecken), als es sich der ein oder andere auf der Autobahn gemütlich gemacht hatte, telefonierte ich immer hektischer herum um herauszufinden, wann und wie es weiter geht und vor allem wollte ich den Flughafen erreichen, um die Fluglinie zu informierten, das wir ein kleines Problem hätten und ob wir gegebenenfalls beschleunigt einchecken könnten, falls wir etwas gehetzt auf den letzten Drücker angerannt kämen. Das konnte mir bei der irischen Hotline der Fluglinie nicht wirklich jemand kompetent beantworten, da der Check-In-Schalter erst eine ¾ Stunde vor dem Take-Off aufmacht. Und vorher ist da niemand zu erreichen (das kenne ich schon aus früheren Erfahrungen – ich sage da nur Dänemark). Auch die Betreiber des Flughafens bestätigten mir, dass dem genauso sei. Mein Nervenkostüm löste sich langsam in Wohlgefallen auf und die Teilnehmer zeigten ebenfalls das gesamte emotionale Spektrum von gelassen bis hochtnotsauer. Diskussionsthemen wie „Nur 5 Stunden Puffer für die Anreise zum Flughafen: zuviel oder zuwenig“, „ Seminarleiter ist an allem schuld“, „Das wiiiird schooon“ ebbten auf und ab. Was tun? Gepäck nehmen, bis zur nächsten Ausfahrt gehen und Taxi bestellen? Der Flug, so versicherten die Hotlines und Experten dieser Welt würde auf jeden Fall nicht warten, es gäbe da sehr enge Zeitpläne einzuhalten … Mittlerweile war´s eine Stunde vor Abflug. Dann kam die Nachricht im Radio: „ 300 Meter vor der Abfahrt Hahn ist ein LKW mit einer brennbaren Flüssigkeit ins Schlingern gekommen, umgekippt und in Flammen aufgegangen. Keine Verletzten. Aber die Autobahnteilstrecke ist hinüber – THW und Feuerwehr basteln eifrig und versuchen den Asphalt abzukühlen. Infolgedessen kann es sich noch Stunden bis zur Freigabe der Autobahn hinziehen.“ Na wunderbar – Katastrophe war komplett, die Flüge waren futsch. Mir blieb nur, die mir nun sehr genau bekannte irische Hotline mal wieder anzurufen und mich nach neuen Flügen zu erkundigen. „Neue Flüge – kein Problem. Bitte zahlen Sie umgehend mit Kreditkarte. Übers Internet kein Problem, über´s Telefon schon.“ Handys mit Internetoption gab´s damals noch nicht (in Dänemark gab´s noch nicht mal Handys). Also wie sollten wir erstens überhaupt buchen und zweitens wer hat eine solch dicke Kreditkarte, dass sie für 13 jetzt gar nicht mehr so billige Billigflüge (=10x so teuer wie ehedem) gedeckt ist? Kurzum: keiner. Doch …! Einer der TN war der Sohn eines leitenden Mitarbeiters einer großen Frankfurter Bank, der wiederum machte die Zahlungsabwicklung möglich, so dass wir mit einigen Stunden Verspätung den Abendflug erreichten und unsere Tickets tatsächlich in Händen hielten. Fast ehrfürchtig betrachteten wir diese und noch ehrfürchtiger betraten wir das Flugzeug. Und vor allem diese Startbahn genossen wir … wie schnell man doch von der Stelle kommen kann, wenn die Piste frei ist! Ich hatte zwischendurch auch mit meinem englischen Kooperationpartner telefoniert und mit einigen anderen am Seminar beteiligten Personen, so daß in England ein Bus in Stanstead immer noch auf uns wartete – Schön, dachten wir, und stiegen ein … Das weitere Seminar verlief optimal und wir behielten es alle in sehr guter Erinnerung. Fazit: Ein schlechter Start heißt noch gar nichts! Ein schlechtes Ende hingegen …

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