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Kategorie: Personalentwicklung | 17.06.2019

Mehr Leidenschaft!

Gehören Sie zu der Generation, die der Meinung ist, »die Jungen« würden weniger wagen als früher? Oder zu jener Altersgruppe, die sich von ihren Arbeitgebern bei ihren Aufgaben allein gelassen und überfordert fühlt? Es mag überraschen, aber beides lässt sich auf einen gemeinsamen Ursprung zurückführen:
Es geht um die Art und Weise, wie unser Bildungssystem uns die spielerische Art des Lernens, die im menschlichen Wesen seit Kindestagen verankert ist, austreibt.

Während das Begreifen der Welt selbstbestimmt und durch Ausprobieren beginnt, setzt die Schule auf zu rationale Informationsvermittlung und trainiert den Kindern ihren natürlichen Forschertrieb systematisch ab. Spätestens mit dem Bachelor und Master sind die Chancen selbstbestimmten Lernens auch von den Hochschulen weitgehend verbannt worden. Wie kann also etwas wiedererlernt werden, das statt täglichem (Ab-)Arbeiten die Kreativität und eigenverantwortliches Handeln fördert und einen Mehrwert für Büro und Gesellschaft bietet?

Wer für die Ausbildung des eigenen Profils keine Zeit eingeräumt bekommt, kann keine eigene Haltung entwickeln und verstehen, wo er wirklich hingehört. Und ohne Haltung — egal wie ausgeprägt — kann man auch in seiner Arbeit nicht viel Sinnvolles beitragen. Bei der Stellensuche stehen dann maximal der Standort des künftigen Arbeitgebers und das zu erwartende Honorar im Fokus — der kleinstmögliche Nenner für eine Zusammenarbeit. Identifikation mit dem Büro oder der Aufgabe kann so kaum entstehen, Frustration und »innere Kündigung« sind abzusehen. Im Arbeitsalltag selbst kommt man gar nicht erst in den Spielmodus, der für das geheimnisvolle Ding Kreativität so unerlässlich ist, sondern versucht, ohne Umwege auf das Ziel zuzusteuern. Der Termin wird wichtiger als der Inhalt, Kreativität »erntet« man fix bei Pinterest. In unserer Beratungstätigkeit als Studio für Konzeption und Gestaltung, die uns den Blick von außen auch auf die Abläufe in Architekturbüros ermöglicht, erkennen wir immer wieder, dass viele Entwürfe nicht über eine rein formale Ableitung der Aufgabe hinausgehen. Es fehlt an Zeit und Ruhe, um ein ganzheitliches Bild der Aufgabe und ihrer Möglichkeiten zu entwickeln. Auch gestandene Architekten unterliegen diesem Druck.

Ein Perspektivwechsel, eine Veränderung der Wahrnehmung »vom Logos zum Holos« [1], vom rational bestimmten Handeln zum Agieren mit Blick für das Ganze, bietet da ungeahnte Potenziale — sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Es geht um einen mutigen Blick weg von erlernten und vermeintlich bewährten Mustern, Arbeitsabläufen, intellektuellen Haltungen usw., um im Anschluss ganz neu hinschauen zu können. Damit kann es möglich werden, dem Unbehagen gegenüber den momentan gültigen Systemen, das immer mehr Menschen in jeder Generation spüren, etwas entgegenzusetzen, um grundsätzlich etwas zu verändern. Es geht nicht darum, wieder einmal am Status quo herumzudoktern, sondern ihn tatsächlich behutsam, Stück für Stück, Blick für Blick zu ersetzen. Ein erster Schritt dorthin ist das Wiedererlernen der Neugier im Alltag und der Wille zu eigenverantwortlicher Entwicklung. Doch wo genau soll man hinschauen, wo anfangen?

Ein Blick auf das bekannteste erfolgreiche System des »Wirtschaftens« — die Natur — bietet Inspiration auf sämtlichen Ebenen. Dort ist alles mit allem verbunden — uns natürlich eingeschlossen. Der österreichische Unternehmer und Forstwirt Erwin Thoma hat dies früh erkannt. Er sah, dass ein Baum, sobald er die Größe erreicht hat, die ihm das Überleben ermöglicht, auf Kooperation »umschaltet«. Bäume agieren als Gemeinschaft. Sie warnen sich gegenseitig vor Schädlingen, versorgen sich über ein komplexes System gegenseitig mit Informationen und Nährstoffen. Aus seinen Erkenntnissen zog Thoma Rückschlüsse für seinen Umgang mit Mitarbeitern und Partnern — »Alles, was du teilst, vermehrt sich« — und konnte sogar ein Produkt entwickeln (»Holz 100«) [2], mit dem er heute abfallfreie, energieautarke Häuser ganz aus Holz baut, die ohne Chemikalien, Dämmstoffe und komplizierte Technik auskommen.

Auch was den Umgang mit Mitarbeitern betrifft, lohnt sich der ganzheitliche Blick. Viele Talente gehen verloren, weil sie nicht gefördert, sondern die Mitarbeiter auf ihr primäres Betätigungsprofil im Arbeitsvertrag reduziert werden. Das hat enorme Reibungsverluste zur Folge. Durch achtsames Betrachten, Reflexion und vorurteilsloses Fragen fühlen Menschen sich erkannt, verstanden und eingebunden. Sie spüren Vertrauen und lernen, dies wieder zurückzuspielen — Vertrauen generiert Vertrauen. Ein Geschäftsführer, der dieses Verständnis lebt, begegnet jedem Mitarbeiter auf Augenhöhe. Er trägt Verantwortung, er lebt vor und schafft ein förderliches Milieu. Erst so kann eine nachhaltige Dynamik entstehen. »Verborgene Fähigkeiten« zu fördern, bildet die Quelle vieler neuer Ansätze, Arbeitsfelder und daraus resultierender Projekte. Daraus wiederum entsteht langfristig ein gemeinsames Anliegen, eine gemeinsame Mission. Daraus entwickelt sich eine sich selbstständig regenerierende Energiequelle — aus einem Unternehmen entwickelt sich eine Organisation. Sie ist die erste Stufe hin zum Organismus — jenem erfolgreichen System, das uns aus der Natur bereits bestens bekannt ist. Die Beobachtung der Natur birgt Inspiration auf mehreren Ebenen — ob aus der Perspektive des Ingenieurs, des Künstlers oder des Wissenschaftlers.

Gastbeitrag von: Patrick Voigt (www.22quadrat.com)

 

 

 

Kategorie: Präsentation & Rhetorik | 15.05.2017

Zeitpunkt für die wichtigsten Botschaften

Zeitpunkt für die wichtigsten Botschaften Die Ausgangslage Situation ist das die meisten Präsentierenden möglichst viel Wissen vermitteln möchten und dabei ihr Publikum fesseln…… Problem ist, dass das Publikum sich zu häufig gefesselt im Sinne „Oh Gott wie komme ich hier weg“ fühlt statt so bei der Sache zu sein, dass sie auf keinen Fall etwas verpassen möchten. Darüber hinaus kommen vielmals wichtige Botschaften nicht ausreichend prägnant an. Die Frage ist also: „Wie funktioniert der Spagat zwischen Inhaltsvermittlung der wichtigsten Botschaften und ausreichender Unterhaltung?“ Die Antwort: Durch die Platzierung und Inzenierung der wichtigsten Botschaften zu Beginn und Anfang. Warum ist das so? Zu Beginn und am Ende ist die Aufmerksamkeit der Zuhörer am höchsten. Genau das gilt es gezielt zu nuten. Zum Einen um in Szene zu setzen und für die wichtigsten Informationen zur Präsentation. Und zum Anderen um die Teilnehmer (emotional)abzuholen und in eine Geschichte einzuladen.

 

Dabei ist besonders wichtig das:
– der Nutzen für das Publikum jederzeit erkennbar sein mus
– ein ausreichender Bezug vorhanden ist
– die Botschaften präzise und klar sind
– eine konsequente Logik / roter Faden einhalten wird

 

 

Kategorie: Gesprächsführung & Verhandeln | 27.04.2016

Stilistik und Manipulation

Überzeugen durch Suggestion

Eine Suggestion ist eine zweifelsfreie Behauptung. Ein sicheres Auftreten und sichere Wortwahl lassen erst gar keine Zweifel aufkommen. Worte wie „Vielleicht“, „Wahrscheinlich“, „Ich habe mir gedacht“, „Eventuell“ etc. werden vermieden und stattdessen klare Aussagen formuliert. Seien Sie ruhig und sicher, benutzen Sie suggestive (zweifelsfreie) Formulierungen.

Autosuggestion

Diese Erkenntnisse lassen sich nicht nur für erfolgreiches Überzeugen anderer verwerten, sondern auch, um sich selbst zu überzeugen. Wiederholen Sie Ihre Ziele und Fähigkeiten oft genug in entsprechend selbstsicherer Formulierung, um Selbstzweifel abzubauen.

Überzeugen durch zielgerichtete Kommunikation

Idealerweise formieren Sie positive zielgerichtete Aussagen. Die Aufforderung „Denken Sie nicht an ein grünes Fahrrad, sondern an einen blauen Elefanten“ ist zwar direkt und klar. Leider zielt sie im ersten Teil auf einen Sachverhalt ab, an den der Zuhörer nicht denken sollt. Das schafft Verwirrung und macht Ihre Aussage unpräzise. Wichtig ist zu sagen, was man will, anstatt zu sagen, was man nicht will. Statt „Ich möchte, dass Sie nicht immer zu spät kommen“ formuliert man wirkungsvoller „Bitte seien Sie in Zukunft pünktlich“. Diese kürzere Form sorgt auch beim Redner selbst für mehr Klarheit und ist für den Zuhörer leichter verständlich.

Überzeugen durch Wiederholung

Je häufiger etwas wiederholt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Zuhörer es erinnert. Durch Wiederholung wird eine Idee zum Glauben und dann zur Überzeugung. Es ist das gleiche Wirkprinzip wie in der Erziehung oder der Werbepsychologie. Die Erinnerungswerte durch Wiederholungen laut einer amerikanischen Uni-Studie sind:

  • 1 Wh.: 100%
  • 2 Wh.: 120%
  • 2 Wh. mit Pause: 170%
  • 5 Wh.: 245%

Wiederholen Sie, damit die wichtigsten Botschaften zur Überzeugung werden.

Überzeugen durch Anschaulichkeit / rhetorische Stilmittel

Diesem Thema widmet sich ein eigener Beitrag unter „Überzeugen durch Anschaulichkeit und rhetorische Stilmittel„.

Kategorie: Gesprächsführung & Verhandeln | 20.04.2016

Überzeugen durch Anschaulichkeit und rhetorische Stilmittel

Reden ist Kino im Kopf. Formulieren Sie bildhaft und plastisch: Stimmige Bilder, Analogien und Metaphern sind am einfachsten zu verstehen und somit oft sehr überzeugend. Ein stimmiges Bild hat eine innere Logik und viele Assoziationen, sowohl für den Sprechenden als auch sein Gegenüber.

Rhetorische Stilmittel

Vier Stilmittel, mit denen es Ihnen gelingt, Farbe und Energie in Ihre Kommunikation zu bringen. Viele Stilmittel der klassischen Rhetorik sind längst nicht mehr zeitgemäß. Das Prinzip jedoch ist zeitlos: Durch rhetorische Mittel die Wirksamkeit und die Überzeugungskraft Ihrer Worte zu erhöhen. Die folgenden vier stilistischen Mittel sind dabei besonders hervorzuheben.

Metapher

Das Sprechen in Bildern gehört seit Menschen sprechen zu den wichtigsten sprachlichen Mitteln. Da der Zuhörer Bilder bekommt, kann er den Inhalt des Gesagten wesentlich besser aufnehmen und speichern – bildhafte Vergleiche gehören da auch dazu. Gerade weil sich Bilder und bildliche Vergleiche so stark einprägen und schnell Verbreitung finden, gehören regelmäßig solche sprachlichen Bilder zu den gekürten Unwörtern des Jahres (z.B. „Wohlstandsmüll“ für „Arbeitslose“ etc.).

Metonymie

Metonymie ist ein spezieller Fall der Metapher: Mit einem bildlichen Ausdruck werden Dinge oder Personen genannt, die über assoziative oder tatsächlich-organisatorische Verknüpfungen mit dem Bild verbunden sind. Bsp.: „Heute ist das ganze Haus zusammengekommen“ anstatt „alle Mitarbeiter“. Dass solche Bilder gut ankommen, beweist auch die Tatsache, dass solche Bilder in die Alltagssprache übergehen. Dazu noch ein Beispiel: „Gestern ging durch die Presse ….“ anstatt „Gestern war in den Zeitungen zu lesen…“

Hyperbel

Hyperbel ist eine phantasievolle Übertreibung, die wir ganz alltäglich verwenden, um dem Nachdruck zu verleihen, was wir sagen: „Ich hab´ dir tausendmal gesagt, dass du die Finger davon lassen sollst.“

In einer Gesprächssituation kann eine überspitzte Übertreibung einen Lacher provozieren oder eine Gesprächssituation entschärfen bzw. verschärfen.

Stilbruch

Insbesondere der Wechsel in einen Fachjargon hat ein humoristisches Potential.
Bsp.: „Herzlichen Glückwunsch zur Personenstandsänderung“ – anstelle: „… zur Hochzeit“ – … und schafft Interpretationsspielräume.

Kategorie: Gesprächsführung & Verhandeln | 13.04.2016

Überzeugen durch Stimme und Sprechtechnik

An der eigenen Stimme lässt sich arbeiten! Tiefere und wärmere Stimmen werden in der Regel als angenehmer und vertrauenerweckender empfunden als hohe und gepresste Stimmen. Seien Sie sich bewusst, dass Ihre Stimme umso angespannter und gepresster, meist auch umso höher klingt, je angespannter Sie selbst sind und je stärker Sie Ihren Körper anspannen. Versuchen Sie also in der Gesprächssituation gezielt körperlich gelockert zu sein und zu bleiben!

Empfehlungen für eine wirkungsvolle Stimme und Sprechtechnik

Lautstärke

Richten Sie die Lautstärke nach der konkreten Situation aus. Orientieren Sie sich dabei an der Lautstärke Ihres Gegenübers. Zu laut oder zu leise kann als Nervosität interpretiert werden.

Aussprache

Eine weichere Aussprache wird eher als angenehmer empfunden als eine betont scharfe, klare Aussprache. Versuchen Sie, nicht übertrieben deutlich zu artikulieren, d.h. Laute zu formen. Insbesondere wenn Sie aus einer Gegend kommen, in der sowieso schon eher schärfer artikuliert wird als in anderen (z.B. Berlin).

Stimmsenkungen

Am Ende eines Gedankens ist es notwendig, die Stimmmelodie deutlich abzusenken. So signalisiert man dem Hörer, dass die Ausführung eines Gedankens ebenfalls zu Ende ist. Er kann sich mit dem Sprecher auf den nächsten Gedanken einstellen. Fehlen deutliche Stimmsenkungen, so sinkt die Verständlichkeit erheblich.

Tonhöhe

Tiefe Stimmen tragen besser, klingen angenehmer und wirken meistens überzeugender. Viele Menschen neigen dazu, gerade in Drucksituationen zu hoch zu sprechen. Damit nehmen sie sich viel Überzeugungskraft.

Artikulation

Entscheidend ist die Deutlichkeit der Aussprache. Hierbei gilt: Deutlich und weniger laut ist wichtiger als laut und undeutlich. Deutliche Aussprache vermittelt zudem mehr Selbstsicherheit und das Gesagte wirkt überzeugender und nachhaltiger

Sinnvolle Betonung

Ein häufiger Fehler ist, die Deutlichkeit der Sprache durch zu viele Betonungen im Satz erreichen zu wollen. Üblicherweise hat ein Satz im Deutschen nur eine einzige Hauptbetonung, nur einen Hauptakzent. Zu viele Betonungen im Satz lassen das Wesentliche nicht mehr zum Vorschein treten und verringern sehr stark die Verständlichkeit der Rede. Eine Ausnahme ist, wenn man zur besonderen Hervorhebung, etwa ein prägnantes Zitat, Wort für Wort betont. Dieses Stilmittel ist sehr stark, manchmal auch zu heftig, da es eine starke emotionale Aufladung besitzt und gerne als belehrend empfunden wird.

Abwechslungsreiches Sprechen

Langweiliges, monotones Sprechen zwingt zum Abschalten! Darüber hinaus ist der Hörer gar nicht in der Lage, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Wichtiges Merkmal des verständlichen Sprechens ist es deshalb, variationsreich sprechen zu können: Mal lauter, mal leiser; mal langsam, mal schnell; mal kurze Pausen – je nachdem, was gerade hervorhebenswert ist.

Sprechtempo

Für das Sprechtempo gilt das gleiche wie für die Körpersprache. Tendenziell wirken Menschen mit einem angemessenen Sprechtempo überzeugender als Schnell- oder Stakkato Redner. Besser weniger sagen und dafür mehr auf die Wirkung setzen.

Pausen

Nutzen und Wirkung von Pausen

Durch Sprechpausen kann ein zu schnelles und hektisches Sprechtempo zumindest teilweise wieder ausgeglichen werden. Ein Meister der wirkungsvollen Pausen ist zum Beispiel Helmut Schmidt

Dem Redner hilft die Pause zudem,

  • Atem zu holen,
  • den nächsten Gedanken zu formulieren,
  • Ausführungen sinnvoll zu gliedern,
  • Spannung zu erzeugen,
  • Höhepunkte des Vortrags vorzubereiten,
  • Blickkontakt zu den Zuhörern aufzunehmen,
  • zu überprüfen, ob er verstanden wurde.

Den Zuhörern helfen Pausen,

  • das Gehörte zu verarbeiten,
  • die Wirkung mancher Aussagen zu verdauen,
  • eigene Gedanken zu entwickeln bzw. mit dem Gehörten abzugleichen.

Kategorie: Gesprächsführung & Verhandeln | 08.04.2016

Empfehlungen für eine wirkungsvolle Körpersprache

Körperhaltung und Spannung

Halten Sie Ihre Körperspannung, ohne angespannt zu wirken. Stehen Sie gerade und selbstsicher auf beiden Beiden. Halten Sie die Hände überwiegend im positiven körpersprachlichen Bereich (zwischen Kinn und Hüftknochen)

Kongruent und zum richtigen Zeitpunkt

Körpersprache wirkt nur dann authentisch und damit glaubwürdig/überzeugend, wenn sie zum Inhalt Ihrer Aussage passt und kurz (einige Millisekunden) vor dem gesprochenen Wort gezeigt wird. Authentische Körpersprache ist nur mit erheblichem Aufwand antrainierbar und setzt ausgeprägte schauspielerische Fähigkeiten voraus. Für alle, die nicht zu diesem elitären Kreis gehören, empfiehlt es sich, an der inneren Einstellung und Haltung gegenüber dem Gesprächspartner zu arbeiten.

Ein kurzes Beispiel:

Sie möchten Ihren Gegenüber herzlich begrüßen (um einen guten Start in das Gespräch zu haben) und legen Wert auf eine freundliche Gesprächsatmosphäre. Allerdings freuen Sie sich nicht wirklich auf das Gespräch, weil der Gesprächsinhalt oder -anlass unangenehm ist. Eine wirksame Methode, meinen Gesprächspartner dennoch nett und freundlich begrüßen zu können, ist, den Sachverhalt von der Person zu trennen. „Fair zu der Person – hart in der Sache“ ist hier eine oft getroffene Empfehlung. Das klingt einfach, ist allerdings in der konkreten Umsetzung alles andere als das. Das gelingt nur durch eine gründliche Vorbereitung und Strukturierung des anschließenden Gespräches. In der Vorbereitung auf das Gespräch sollten Sie positive Aspekte der Beziehung bzw. der Person definieren, um Klarheit über seine eigenen Befindlichkeiten zu erlangen. Das anschließende Gespräch sollte klar in Einstieg, Gesprächsinhalte und Ausstieg getrennt sein, wobei der Ein- und Ausstieg überwiegend der Beziehungsebene dienen sollte.

Klare Haupt- und Kernaussagen mit passenden stimmigen Bildern

Je klarer die Haupt- und Kernbotschaften sind, desto eindeutiger sind Ihre Vor- und Zielstellungen und desto besser werden diese wiederum körpersprachlich ausgedrückt, zum Beispiel durch Körperspannung und eindeutige kongruente Gesten.

Je klarer das innere Bild ist, desto besser kann es mit passender Körpersprache beschrieben und unterstützt werden. Dadurch entstehen konkrete Bilder im Kopf des Gegenübers. Diese bewirken sehr viel mehr als bloße Worte und werden wesentlich besser erinnert, da Menschen in Bildern/Assoziationen/bildhaften Vergleichen denken. Das ist die Grundvoraussetzung für eine passende, stimmige und unterstützende Körpersprache.

Auf exakte Wiederholung achten

Achten Sie auf die exakte Wiederholung Ihrer Gestik und gleiche Handabstände. Sofern Sie z.B. Größenverhältnisse oder Zeitabstände mittels Ihrer Hände zeigen, sollten diese Abstände im Laufe Ihres Gespräches/Präsentation annähernd gleich bleiben. Ansonsten kann es irritieren und kostet Überzeugungskraft.

Tempo und Status

Menschen mit bedachten, klar akzentuierten Bewegungen wirken überzeugender als Menschen mit einer schnellen, fahrigen oder unkontrollierten Motorik. Auch gibt es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Tempo (z.B. Lauftempo) und vermuteter Hierarchie bzw. Status. „Der Chef läuft mit festem zügigem Schritt. Der Sachbearbeiter hetzt durch die Gänge“.

Die eigenen Ausführungen positiv unterstreichen

Die eigenen Ausführungen durch Kopfnicken unterstützen. Die TN werden unbewusst mitnicken, was die Überzeugungskraft Ihrer Ausführungen stärkt. Jemand der nickt, ist weniger kritisch. Dabei die Hände im körpersprachlichen positiven Bereich halten.

Kategorie: Gesprächsführung & Verhandeln | 23.03.2016

Das 4-Ohren-Modell in einem einfachen Video erklärt

Das 4-Ohren-Modell – auch bekannt als Vier-Seiten-Modell oder auch Nachrichtenquadrat oder Kommunikationsquadrat – haben wir Ihnen bereits in unserem Beitrag „Das 4-Ohren-Modell – kurz erklärt„. Um das Modell noch besser zu verstehen, habe ich heute ein Video für Sie mit sehr einfach nachvollziehbaren Beispielen und sehr einfachen Erklärungen. Schauen Sie selbst…

Das 4-Ohren-Modell Video

Der 4-Ohren-Modell Test

Jeder von uns hat ein Ohr, mit dem er oder sie vornehmlich hört. Sie wollen wissen, welche Ebene bzw. welches Ohr bei Ihnen besonders stark ausgebildet ist? Machen Sie den kostenlosen 4-Ohren-Modell-Test jetzt online und verbessern Sie so Ihr Kommunikationsverhalten…

 

Kategorie: Moderation | 09.03.2016

Moderator und Trainer in Einem? – Die Erfüllung von Erwartungen und das Lösen von Konfliktsituationen

Das Moderieren von Workshops und Meetings unterliegt unterschiedlichen Aspekten, die den Eindruck vermitteln können, dass man sie nicht miteinander verbinden kann. Bei der Moderation wird erwartet, dass sich der Moderator aus dem Findungsprozess heraushält. Eine eigene Meinung ist nicht erwünscht, Neutralität zwingend erforderlich.

Gleichzeitig muss er in der Lage sein, Inhalte zu vermitteln, Lernprozesse zu fördern und die Interaktion der Teilnehmer zu steuern. Um diese Gratwanderung zu bewältigen, ist es notwendig, dass der Moderator nicht nur die verbale Kommunikation versteht und aufzeichnet, sondern in der Lage ist, die Körpersignale der Teilnehmer zu verstehen.

Transparenz

Transparenz zu schaffen ist ein Thema, das sich durch den kompletten Moderationsprozess bewegt. Beim Schaffen von Transparenz kann man sich nicht ausschließlich auf das Offensichtliche beziehen. Zur Schaffung von Transparenz gehört auch, Ungesagtes aus den Teilnehmern heraus zu kitzeln.

Als Moderator haben Sie die Teilnehmer im Blick oder sollten Sie die meiste Zeit im Blick haben. Veränderungen im Gesichtsausdruck oder an der Körperhaltung können Aufschluss darüber geben, ob ein Teilnehmer Schwierigkeiten mit der Äußerung eines anderen Teilnehmers oder zur gestellten Frage und Thematik hat. Finden Sie durch eine direkte Ansprache des Teilnehmers seine Beweggründe heraus.

Flexibilität

Die Vorteile einer Moderation können nur dann vollkommen genutzt werden, wenn die Moderation sich den Umständen, die während des Moderationsprozesses auftreten können, flexibel anpasst. Im Vorfeld der Veranstaltung haben Sie sich ein Konzept erstellt. Dieses Konzept muss flexibel bleiben, damit Sie auf Veränderungen im Verhalten der Teilnehmer und eine geänderte Gesamtsituation eingehen können.

Teilnehmer, die schon zu Beginn keinen Zugang zueinander bekommen, lassen sich nur schwer davon überzeugen, sinnvoll in einer Gruppe miteinander zu arbeiten. Passen Sie Ihre Tools dieser Situation an. Im ungünstigsten Fall erleben Sie Situationen, die es unmöglich machen, die Veranstaltung zum gewünschten Ende zu bringen. Abbrechen ist in diesen Fällen der bessere Weg. Vergessen Sie am Ende einer solchen Veranstaltung den Cooldown nicht. Gerade in diesen Fällen schwelen die Konflikte sonst weiter.

Störungen und der Umgang mit ihnen

Konflikte, Uneinigkeiten, Ärger und Langeweile sind nur ein paar der Dinge, die Störungen auslösen können. Störungen müssen konkret angesprochen werden. Werden die Störungen offensichtlich, reißen sich die meisten Teilnehmer zusammen.

Wirkt dies nicht, stellen Sie die Frage nach dem Warum und geben Sie den Teilnehmern die Möglichkeit Lösungsvorschläge anzubieten. Ängste und Blockaden zur Methodik lassen sich entschärfen, indem Sie nach Lösungen für das bestehende Problem fragen.

Werden Teilnehmer persönlich angegriffen, lassen Sie die Gruppe dazu Stellung nehmen. Wie denken die Teilnehmer über diese Angriffe? Nutzen die Angriffe dem Ergebnis?

Vielredner behindern mehr als sie nutzen. Fordern Sie die Vielredner auf, Antworten auf den Kern zu reduzieren. Die Meinung der Gruppe zu den Thesen des Vielredners kann ebenfalls eine Hilfe sein.

Kommen Sie an einen Punkt, an dem es scheinbar nicht weiter geht, muss die Methodik geändert werden. Wenn ausreichend Zeit vorhanden ist, beziehen Sie die Teilnehmer in diesen Prozess mit ein.

Zeitdruck sollte vermieden werden. Kommt es dennoch zu einem Zeitproblem, ist es nötig, die Teilnehmer darüber zu informieren und die Veranstaltung zu straffen. Es macht keinen Sinn, wichtige Dinge nicht anzusprechen. Klären Sie mit den Teilnehmern, was unbedingt abgeschlossen werden muss.

 

Kategorie: Moderation | 10.02.2016

Diskussionsrunden und Frageformen als Grundlagen der Moderation

Der Moderator, der Inhalte und Ergebnisse präsentiert und die Teilnehmer anleitet, fungiert gleichzeitig als Lehrer. Es ist nicht erforderlich, dass er selber über das Wissen verfügt, das Thema der Moderation ist. Zwingend ist die Neutralität zum Thema, eine unabhängige, vorbehaltlose Einstellung gegenüber den Teilnehmern und die unbedingte Fähigkeit, sich selber zurück zu nehmen.

Um die Moderation erfolgreich durchzuführen, stehen Ihnen viele Methoden und Hilfsmittel zur Verfügung.
Nicht jede Methodik ist für jede Gruppe und jedes Thema geeignet. Die Mittel müssen nach Zeit, Umfang, Teilnehmern und Ergebnis Anwendung finden.

Diskussionsformen

Diskussionen bei einer Moderation werden vorzugsweise in Runden geführt, bei denen sich die Teilnehmer gleichermaßen in die Augen sehen können. Störende Tische haben hier keinen Platz. Das Halbrund bietet sich als Form an. Lässt die Diskussionskultur der Teilnehmer eine freie, kaum geleitete Diskussion zu, greift der Moderator zur Ringdiskussion.

Besteht die Diskussionskultur in heftigen, ausufernden Auseinandersetzungen oder ist der Zeitdruck hoch, greift man auf die vom Moderator geführte Sterndiskussion zurück. Bei dieser Diskussionsform erteilt und entzieht der Moderator das Wort und fordert jeden Teilnehmer zur Beantwortung von Fragen auf.

Mit präzise gestellten, kurzen Fragen das gewünschte Ziel erreichen und die Antworten visualisieren

Durch gezielte Fragestellung leitet der Moderator die Teilnehmer an, sich am Problemlösungsprozess zu beteiligen. Die Fragen sollten kurz, knapp und präzise sein. Durch direkte Ansprache der Teilnehmer erlaubt der Moderator den Teilnehmern sich einzubringen und Position zu beziehen wenn es darauf ankommt. Wird eine Frage ungenau oder unverständlich gestellt, wird das gewünschte Ziel überhaupt nicht oder unzureichend erreicht. Die korrekt gestellte Frage gibt Impulse zur Lösungsfindung.

Unterschiedliche Fragestellungen lösen beim Teilnehmer unterschiedliche Reaktionen aus. Erwarten Sie eine Entscheidung der Teilnehmer, wird die geschlossene Frage, zu der die Fragen zu einer Abstimmung ebenfalls gehören gestellt. Geschlossene Fragen lassen nur kurze, positive oder negative Antworten zu.

Die offenen Fragen oder W- Fragen geben den Teilnehmern einen großen Spielraum, sich in die Diskussion oder die Datensammlung einzubringen. Offene Fragen legen Sachverhalte, Konsequenzen und Zusammenhänge frei. Sie bieten sich vor allen Dingen zum Sammeln der Daten an. Da der Moderator sich neutral zu Inhalten verhalten muss, können Inhaltsfragen an die Gruppe weitergeleitet werden.

Störer gibt es immer wieder. Da derjenige, der die Fragen stellt, die Veranstaltung führt, werden Sie sich nicht selten Teilnehmern ausgesetzt sehen, die versuchen, den Moderator zur Beantwortung von Fragen herauszufordern. Lassen Sie sich nicht auf dieses „Machtspiel“ ein. Stellen Sie eine Gegenfrage und versuchen Sie die Beweggründe des Teilnehmers zu der von ihm gestellten Frage herauszufinden.

Fazit

Fragen müssen präzise und knapp gestellt werden. Stellen Sie Fragen, die dem Ziel der Veranstaltung zu Gute kommen und verzetteln Sie sich nicht an unrelevanten Fragen, die vom eigentlichen Ziel ablenken. Werden Fragen bezüglich der Transparenz gestellt, beantworten Sie diese so kurz wie möglich. Beachten Sie den Zweck, den Sie mit einer Frage erreichen wollen und stellen die Frage entsprechend. Soll eine Entscheidung gefällt werden, über deren Folgen zuvor schon umfangreichend und ergiebig diskutiert wurde, stellen Sie die Frage als Entscheidungsfrage, die keine weiteren Diskussionen zulässt. Vermeiden Sie die Beantwortung von Inhaltsfragen und beantworten Sie keine Fragen, die die Teilnehmer an Ihrer Kompetenz zweifeln lässt.

 

Kategorie: Moderation | 03.02.2016

Visualisierung und weitere Moderationstools als Bestandteil einer Moderation

Es hat sich gezeigt, dass Lernen, Verstehen und die inhaltiche Aufnahme von Themen durch eine zusätzliche bildhafte Darstellung leichter im Gedächtnis bleiben. Zusammenhänge werden besser verstanden, die Mitarbeit kann durch verschiedene Visualisierungstechniken besser gesteuert werden, die Strukturierung von umfangreichen Themen gelingt leichter und Vielredner müssen sich auf das Wesentliche konzentrieren. Aus diesen Gründen sind Visualisierungen bei Moderationen ein wichtiges Mittel.

Visualisierungen erleichtern zudem die Nachbearbeitung. Erarbeitetes muss nicht mühsam in ein langes Protokoll eingearbeitet und weitergereicht werden. Ein Foto der Visualisierung ist ausreichend und lässt sich später als Anhang an das Protokoll an alle Teilnehmer weitergeben.

Wann ist eine Visualisierung ratsam?

Hohe Teilnehmerzahlen, viele erwartete Antworten und eine komplexe Fragestellung, die in mehreren Schritten beantwortet werden muss, sind wichtige Hinweise für die Visualisierung. Sind die Teilnehmer ungeübt und undiszipliniert oder wird die Diskussion durch wenige dominiert, kann eine Visualisierung Ordnung in die Gruppe bringen. Haben alle Antworten Relevanz und sollen nicht verloren gehen, greift man auf die Visualisierung zurück. Die Teilnehmer bekommen den Eindruck, eingebunden und wichtig zu sein, wenn ihre Gedanken in Schriftform sichtbar werden. Nicht zuletzt geht Ihnen durch die Dokumentation nichts verloren, da Sie diese später mit dem Abschlussbericht einreichen können. Dies zeugt von Ihrer persönlichen Professionalität.

Unterschiedliche Arbeitsweisen zur Erarbeitung von Themen, dem Strukturieren und dem Maßnahmeplan

Abhängig von der Gruppenstruktur und der Mitarbeit innerhalb einer Gruppe bieten sich unterschiedliche Methoden an, ein Thema zu bearbeiten. Die Einzelarbeit gibt stillen Teilnehmern die Chance, sich Gedanken über das Arbeitsgebiet zu machen und die Gedanken in Worte zu fassen. Die soziale Interaktion gehen dabei verloren.

Gruppenarbeiten fördern die soziale Interaktion und Kommunikation unter den Teilnehmern. Mit den Antworten und Lösungsvorschlägen ist in der Regel die komplette, bearbeitende Gruppe konform. Viele Gedankengänge können auf einmal präsentiert werden.

Ergebnisse präsentieren

Bevor die Gruppen- oder Einzelarbeit startet, sollten Sie die Möglichkeit nutzen, Teilnehmer über die Arbeitsmaterialien und die Vorgehensweise bei der anschließenden Präsentation zu informieren. Präsentationen sollten einen Zeitraum von fünf Minuten nicht überschreiten. Diese Tatsache muss den Teilnehmern bewusst sein.

Falls eine Kartennutzung noch nicht eingeführt wurde, sollte das spätestens jetzt geschehen. Karten und ihre unterschiedlichen Aussageformen helfen dabei, die Zeiten einzuhalten, Wichtiges herauszufiltern, Übereinstimmungen zu finden und Diskussionen und Fragen während einer Präsentation zu vermeiden.
Teilnehmer sind stolz auf ihre Arbeit und identifizieren sich damit. Geben Sie ihnen durch Abdecken der Ergebnisse, die noch nicht gezeigt wurden, die Möglichkeit, ihre eigene Arbeit zu präsentieren.

Eine besondere Art der Präsentation ist die Vernissage. Die Pinnwände sind wie in einer Ausstellung für jeden Teilnehmer wahrnehmbar. Über die Verweildauer bei einzelnen Themengruppen entscheidet der Teilnehmer selber.

Geht es darum, einen Maßnahmeplan zu entwickeln, bieten sich Arbeitsgruppen besonders an. Jeder kann seine Meinung äußern und trägt dazu bei, dass die Maßnahmen und Ergebnisse in einem weiteren Schritt formuliert und visualisiert werden können. Das Interesse, eine Maßnahme umzusetzen, ist höher wenn man an der Planung dieser Maßnahme beteiligt war.