Sonstiges

Pleiten, Pech und Pannen „Auf Kollisionskurs“

30.01.2014

In loser Folge werden wir hier einige Geschichten aus dem Trainerleben veröffentlichen, die unter die Kategorie „Pleiten, Pech und Pannen“ fallen. Der heutige Beitrag stammt von unserer Trainerin Susanne Dietz

Pleiten, Pech und Pannen „Auf Kollisionskurs“

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich ein dreitägiges Seminar zum Thema „Umgang mit Konflikten im beruflichen Alltag“ im Rahmen einer siebenteiligen Weiterbildungskette „Sozialkompetenz im Beruf“ zu leiten. Da ich bis auf zwei Seminare die gesamte Kette betreute, kannte ich die Teilnehmer also schon aus früheren Seminaren und freute mich auf sie. Der ersten Tag lief wie erwartet intensiv, gut gelaunt und abends saßen wir gemeinsam noch beisammen. Am nächsten Morgen stand ich etwas früher auf, um meine Haare zu waschen. Dies tat ich  wie jeder von uns schon so oft mit der dazugehörigen Routine. Nur vergaß ich, dass ich nicht im heimischen Bad mit den gewohnten Abmessungen war. Ich schüttelte wie üblich meine Haare über dem Badewannenrand mit einer schnellen, vertikalen Bewegung aus – ähnlich headbanging –  und meine Stirn kollidierte intensivst mit besagtem Badewannenrand.  Nach einem lauten BOOIIING!! stand ich benommen über die Badewanne gebeugt und begriff erst, was passiert war, als ich mein Blut in die Wanne laufen sah. Ich schnappte mir laut fluchend ein Handtuch, presste es auf die Stirn und rief die Rezeption an: „Hallo? Ich hab da ein Problem. Könnte mich jemand zum Notarzt fahren? Schnell?  Mein Seminar fängt in einer Stunde an.“ Worauf hin die Rezeptionistin meinte:  „ Ist das bei Ihnen ein Grund für den Notarzt?!“ Ich bellte zurück, dass ich mit den Kopf eingeschlagen hätte und wohl genäht werden müsse. Und zwar dalli! Sofort war die Hotelleitungsassistentin bei mir und wollte auch ad hoc mit mir losfahren. Ich ging allerdings noch vorher mit dem Handtuch vor der Stirn haltend in den Frühstücksbereich und informierte die Teilnehmer, dass das Seminar etwas später beginnen würde. Alle schauten mich geschockt an und jeder der Teilnehmer bot mir sofort an, mich zum Arzt zu fahren. Jeder überstimmte den anderen bis ich schließlich alle anknurrte: „Ja wie denn? Von euch weiß doch keiner, wo hier ein Arzt ist! Ich fahre mit der Begleitung vom Hotel und Basta! Ich verlängert das Frühstück und dann geht´s weiter!“ Gesagt, getan. Beim Arzt kam das übliche Prozedere. Röntgen (Schädel nicht kaputt), Reflexe (alle vorhanden), Schocküberprüfung (ich hab alle angemault, sie sollten voranmachen – also keiner). Dann wurde die Wunde geklebt (die Ärztin erklärte mir, es sei eine Weiterentwicklung von normalem Klebstoff, der wiederum eigentlich von Militärs entwickelt wurde, damit man in Feld Verletzte schneller verarzten konnte – na danke), dann ein netten 5 qcm Pflaster zentral-mittig (wenn schon, denn schon) auf die Stirn und  gab mir den Rat, ich solle den Rest des Tages liegen, weil eine Gehirnerschütterung nicht auszuschließen sei. Ab ging´s via Hotel. Den Rat befolgte ich natürlich nicht und das Seminar ging weiter. Bald merkte ich, dass mein Kopf wohl doch etwas gelitten hatte. Ich fühlte mich zeitweise ein wenig benommen und war an dem Tag geistig nicht immer voll da. Das merkten auch die Teilnehmer und wiederholten an mich gerichtete Fragen, wenn nötig: „Susanne, Hallooo! Biste noch da? Alles ok?“ ich fing mich und richtete meine Aufmerksamkeit wieder aufs Geschehen. Der Tag verlief  dann noch erstaunlich gut und die Teilnehmer witzelten nach einer Weile über meine mittlerweile prachtvolle Beule. `Das letzte Einhorn´, `El Torro´  `Der letzte Indianer´ – wer den Schaden hat … Abends habe ich mich bald zurückgezogen und früh geschlafen.  Am letzten Tag war ich wieder obenauf und wir arbeiteten intensiv und effektiv. Ich hatte das Gefühl, dass mein Missgeschick letztlich eine Verbundenheit zwischen den Teilnehmern und mir hervorgerufen hat. Dieses Gefühl bestätigte sich in den Folgeseminaren. Wir hatten durch das Erlebnis mehr persönliche Nähe entwickelt und die Teilnehmer legten mir gegenüber ein Vertrauen an den Tag, das mir sehr nahe ging und bis heute geht. Übrigens habe ich mir einige Zeit später in einem Seminar den Hinterkopf recht ordentlich  gestoßen, aber das ist eine andere Geschichte … Fotocredit: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

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