Kategorie: Personalentwicklung | 17.06.2019

Mehr Leidenschaft!

Gehören Sie zu der Generation, die der Meinung ist, »die Jungen« würden weniger wagen als früher? Oder zu jener Altersgruppe, die sich von ihren Arbeitgebern bei ihren Aufgaben allein gelassen und überfordert fühlt? Es mag überraschen, aber beides lässt sich auf einen gemeinsamen Ursprung zurückführen:
Es geht um die Art und Weise, wie unser Bildungssystem uns die spielerische Art des Lernens, die im menschlichen Wesen seit Kindestagen verankert ist, austreibt.

Während das Begreifen der Welt selbstbestimmt und durch Ausprobieren beginnt, setzt die Schule auf zu rationale Informationsvermittlung und trainiert den Kindern ihren natürlichen Forschertrieb systematisch ab. Spätestens mit dem Bachelor und Master sind die Chancen selbstbestimmten Lernens auch von den Hochschulen weitgehend verbannt worden. Wie kann also etwas wiedererlernt werden, das statt täglichem (Ab-)Arbeiten die Kreativität und eigenverantwortliches Handeln fördert und einen Mehrwert für Büro und Gesellschaft bietet?

Wer für die Ausbildung des eigenen Profils keine Zeit eingeräumt bekommt, kann keine eigene Haltung entwickeln und verstehen, wo er wirklich hingehört. Und ohne Haltung — egal wie ausgeprägt — kann man auch in seiner Arbeit nicht viel Sinnvolles beitragen. Bei der Stellensuche stehen dann maximal der Standort des künftigen Arbeitgebers und das zu erwartende Honorar im Fokus — der kleinstmögliche Nenner für eine Zusammenarbeit. Identifikation mit dem Büro oder der Aufgabe kann so kaum entstehen, Frustration und »innere Kündigung« sind abzusehen. Im Arbeitsalltag selbst kommt man gar nicht erst in den Spielmodus, der für das geheimnisvolle Ding Kreativität so unerlässlich ist, sondern versucht, ohne Umwege auf das Ziel zuzusteuern. Der Termin wird wichtiger als der Inhalt, Kreativität »erntet« man fix bei Pinterest. In unserer Beratungstätigkeit als Studio für Konzeption und Gestaltung, die uns den Blick von außen auch auf die Abläufe in Architekturbüros ermöglicht, erkennen wir immer wieder, dass viele Entwürfe nicht über eine rein formale Ableitung der Aufgabe hinausgehen. Es fehlt an Zeit und Ruhe, um ein ganzheitliches Bild der Aufgabe und ihrer Möglichkeiten zu entwickeln. Auch gestandene Architekten unterliegen diesem Druck.

Ein Perspektivwechsel, eine Veränderung der Wahrnehmung »vom Logos zum Holos« [1], vom rational bestimmten Handeln zum Agieren mit Blick für das Ganze, bietet da ungeahnte Potenziale — sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Es geht um einen mutigen Blick weg von erlernten und vermeintlich bewährten Mustern, Arbeitsabläufen, intellektuellen Haltungen usw., um im Anschluss ganz neu hinschauen zu können. Damit kann es möglich werden, dem Unbehagen gegenüber den momentan gültigen Systemen, das immer mehr Menschen in jeder Generation spüren, etwas entgegenzusetzen, um grundsätzlich etwas zu verändern. Es geht nicht darum, wieder einmal am Status quo herumzudoktern, sondern ihn tatsächlich behutsam, Stück für Stück, Blick für Blick zu ersetzen. Ein erster Schritt dorthin ist das Wiedererlernen der Neugier im Alltag und der Wille zu eigenverantwortlicher Entwicklung. Doch wo genau soll man hinschauen, wo anfangen?

Ein Blick auf das bekannteste erfolgreiche System des »Wirtschaftens« — die Natur — bietet Inspiration auf sämtlichen Ebenen. Dort ist alles mit allem verbunden — uns natürlich eingeschlossen. Der österreichische Unternehmer und Forstwirt Erwin Thoma hat dies früh erkannt. Er sah, dass ein Baum, sobald er die Größe erreicht hat, die ihm das Überleben ermöglicht, auf Kooperation »umschaltet«. Bäume agieren als Gemeinschaft. Sie warnen sich gegenseitig vor Schädlingen, versorgen sich über ein komplexes System gegenseitig mit Informationen und Nährstoffen. Aus seinen Erkenntnissen zog Thoma Rückschlüsse für seinen Umgang mit Mitarbeitern und Partnern — »Alles, was du teilst, vermehrt sich« — und konnte sogar ein Produkt entwickeln (»Holz 100«) [2], mit dem er heute abfallfreie, energieautarke Häuser ganz aus Holz baut, die ohne Chemikalien, Dämmstoffe und komplizierte Technik auskommen.

Auch was den Umgang mit Mitarbeitern betrifft, lohnt sich der ganzheitliche Blick. Viele Talente gehen verloren, weil sie nicht gefördert, sondern die Mitarbeiter auf ihr primäres Betätigungsprofil im Arbeitsvertrag reduziert werden. Das hat enorme Reibungsverluste zur Folge. Durch achtsames Betrachten, Reflexion und vorurteilsloses Fragen fühlen Menschen sich erkannt, verstanden und eingebunden. Sie spüren Vertrauen und lernen, dies wieder zurückzuspielen — Vertrauen generiert Vertrauen. Ein Geschäftsführer, der dieses Verständnis lebt, begegnet jedem Mitarbeiter auf Augenhöhe. Er trägt Verantwortung, er lebt vor und schafft ein förderliches Milieu. Erst so kann eine nachhaltige Dynamik entstehen. »Verborgene Fähigkeiten« zu fördern, bildet die Quelle vieler neuer Ansätze, Arbeitsfelder und daraus resultierender Projekte. Daraus wiederum entsteht langfristig ein gemeinsames Anliegen, eine gemeinsame Mission. Daraus entwickelt sich eine sich selbstständig regenerierende Energiequelle — aus einem Unternehmen entwickelt sich eine Organisation. Sie ist die erste Stufe hin zum Organismus — jenem erfolgreichen System, das uns aus der Natur bereits bestens bekannt ist. Die Beobachtung der Natur birgt Inspiration auf mehreren Ebenen — ob aus der Perspektive des Ingenieurs, des Künstlers oder des Wissenschaftlers.

Gastbeitrag von: Patrick Voigt (www.22quadrat.com)

 

 

 

Kategorie: Führung | 23.04.2015

Gefühlte Leichtigkeit durch innere Stille

Liebe Leser,

wenn eine gewisse Leichtigkeit des Führens effizient ist, dann ist die Basis dieser Leichtigkeit – die innere Stille in ihren verschiedenen Ausprägungen – ein zentraler Erfolgsfaktor für alle Aktivitäten. Ich könnte Ihnen hier noch aus vielen Quellen ähnliche Zitate nennen. Es gibt sie zuhauf. Mir geht es nicht darum, akademische Beweise anzufügen. Auch hier geht’s um die persönliche Erfahrung. Alles Diskutieren und Definieren führt davon weg. Erfahrungen der Stille, des Innehaltens werfen einen angenehmen, dauerhaften Lichtstrahl auf alle unsere Erlebnisse. Alles wird intensiver, farbiger, fröhlicher, tiefer und angenehmer. Und gleichzeitig werden wir entspannter! Einfach gesagt: Es ist ganz praktisch, eine solche Erfahrungsmöglichkeit zu besitzen.

Das ist natürlich keine Theorie! Es ist die körperlich spürbare Empfindung des Getragenseins durch unsere Umgebung, durch alles, die dadurch wächst. Das ist keine aufgesetzte oder erlernte Selbstsicherheit. Und auch keine erlernte Resilienz! Eigentlich hat dies gar nichts mit dem Verstand zu tun. Es ist das gefühlte Eingebettetsein in alles.

Zugänge zur Inneren Stille

Es existieren spontane Zugänge zu innerer Stille. Wenn ich jedoch selbst ein Bedürfnis habe, diesen Zugang zu finden oder zu vertiefen, dann muss ich dies mit Methoden tun!

Es geht also zunächst nicht um Techniken – klar, die gibt es auch – sondern vor allem um ganz private, persönliche Zugänge. Und da entdeckt jeder seine eigenen. Gerade Führungskräfte, die eigenständig sein wollen, vertrauen hier ihrem ganz persönlichen Gespür. Dies kann der ruhige Blick aus dem Fenster oder in den Abendhimmel sein, Zweisamkeit oder eine Tätigkeit, bei der Sie Kraft schöpfen können.

Dies ist ein ganz entscheidender Punkt: Sie brauchen keine Autoritäten, keine Lehrer, auch nicht die „richtige“ Technik oder „Organisationen“ etc., um sich dann womöglich mehr mit denen und vor allem mit deren „Regeln“ zu beschäftigen, als mit Ihren eigenen Erfahrungen und Ihrem immer besser geschärften, inneren Kompass. All dies führt wieder von uns weg und damit in die Abstraktion. Es geht darum, diesen friedlichen Blick, unfokussierten Blick in den Abendhimmel, die Einheit und Harmonie, die wir da empfinden, auf andere Lebenssituationen auszuweiten und dann haben Sie schon eine pragmatische Lösung für den Alltag!

Dies hat nichts mit Überzeugungen zu tun. Glauben bedeutet, dass wir bereits eine Sicht, eine Theorie, eine Einstellung „haben.“ Oder – besser ausgedrückt – die Einstellung hat uns. Dann können wir auch nicht mehr offen sein. Dies gilt auch bei unseren Vorstellungen über innere Stille. Jede Vorstellung, jede ausschließlich theoretische Überlegung zur inneren Stille stört, jedes Räsonnieren vermindert die Erfahrung oder macht sie zunichte. Suchen Sie Ihren ganz persönlichen Zugang!

Wie Sie zur Erfahrung innerer Stille kommen? Ihr ganz individueller Zugang ist entscheidend und der ist nie vergleichbar. Wozu auch? Ob methodisch oder nicht, nach Gusto oder systematisch. Ganz gleich. Sie wissen ja selbst, was Sie erfahren haben, denn das Wissen darüber steckt in dem Erlebten selbst. Wenn Sie eine intensive Erfahrung innerer Stille machen, wissen Sie, das war es!

Es geht ausschließlich um Ihre persönliche Erfahrung und deren positive Auswirkungen und nicht um Beschreibungen davon. Die können Ihnen letzten Endes egal sein. Sie sind völlig unwichtig. Für das Unbeschreibliche kann es nur die persönliche Deutung geben und selbst diese ist uninteressant. Das ist natürlich eine schlechte Nachricht für alle, die „richtige Methoden und Lehrsysteme“ haben und die vor allem gerne Vergleiche erstellen! Die einfachsten Erfahrungen sind auch die Wirkungsvollsten!

Selbstverständlich müssen Sie nicht einmal in die Natur gehen, um innere Stille zu erleben. Es kann während Ihrer täglichen Arbeit geschehen. Es ist so etwas wie ein Nullpunkt, ein Stopp, den Sie zunehmend mit der Erfahrung und Übung nutzen können, um einen neuen Ausgangspunkt zu finden. Manchmal geschieht dies auch völlig von selbst. Je mehr Übung Sie darin haben, still zu sein, desto schneller und unglaublicher kommen die Erfahrungen und Antworten zustande. Es genügt, nach ein klein wenig Übung, diese Momente zu beabsichtigen, dann werden Sie auch ganz individuelle Wege dazu entdecken. Es ist gleich, welche Wege Sie entwickeln, um Erfahrungen innerer Stille möglich zu machen. Einen Ruhepol, an den Sie immer wieder zurückkehren können. Was da aus der Stille entsteht ist immer einzigartig. Die Qualitäten innerer Stille sind vielfältig und wirken sich bei jedem Einzelnen unterschiedlich aus. Hier finden Sie eine Beschreibung der verschiedenen Aspekte.

Die Erfahrung Harrison Owens ist dabei entscheidend: Offenbar beschleunigen solche Erfahrungen Prozesse der Kommunikation und der Selbstorganisation! Und genau dies nutzte Owen und ich inzwischen ebenfalls! Ich habe darüber grade ein Buch abgeschlossen! In der Medizin nennen wir das, was hier geschieht, eine Heilung!

Einen Heilprozess können wir nicht nur medizinisch sehen. Heilung ist ein genereller Prozess, der natürlich auch in Teams, im Unternehmen stattfinden kann. Heilung einmal so verstanden, dass die Funktionen innerhalb des Unternehmens vital stattfinden! Und dies hat enorme Auswirkungen. Doch davon mehr in den nächsten Beiträgen von mir!

Herzlichst Ihr
Bernd Hofmann

Kategorie: Führung | 07.07.2014

Hören Sie auf zu rennen!

Viele Führungskräfte arbeiten zuviel und denken zu wenig. Heinrich Hiesinger, Thyssen Krupp
Vor einigen Jahren führte ich mit einer Kollegin eines anderen Beratungsteams einen Workshop durch. Die Zusammenarbeit am zweiten Tag lief prima und wir hatten während der Kleingruppenarbeit immer wieder Zeit, uns persönlich auszutauschen. Sie erzählte mir von ihrer Chefin, die in ähnlichen Situationen eine Rauchpause vorschlug. Da meine Partnerin Raucherin ist, kenne ich dieses Verhalten gut. Diese zehn Minuten dienen der Entspannung, der Reflektion. Meine Kollegin erläuterte mir jedoch, worum es bei diesen kleinen Meetings ging. Bei diesen Rauchpausen wurde heftig diskutiert, wie das Team die weitere Aufgabenstellung anpacken und lösen würde und was die Begleiter tun sollten. Ein immer wiederkehrendes Phänomen, nicht nur bei Beratern. Es scheint, als ob wir unseren Teams nicht trauen, wenn diese von selbst arbeiten, dass dies zu guten Ergebnissen führt! Einfach die Atmosphäre in den Gruppen erspüren, um zu sehen, dass hier etwas Kreatives wächst. Bei vielen entsteht Furcht, dass „etwas“ aus dem Ruder laufen könnte und eine persönlich empfundene Rollenunsicherheit wird deutlich. Anstatt der offensichtlichen Dynamik zu vertrauen, loszulassen, sich anderen Fragen zuzuwenden, wird nachgebohrt, stärker hinterfragt, gezweifelt. Alles Anzeichen Dauerstress. Viele Führungskräfte wirken da auf mich wie Gehetzte, Getriebene, immer auf dem Sprung. Irgendwo existent, nur nicht hier. Wie Menschen, die bereits auf das nächste Problem lauern, bevor das aktuelle gelöst ist. Die Gegenwart nicht annehmen, genießen können, dies macht engagierte Mitarbeiter sauer! Wenn wir diese inneren Bilder pflegen, dann erwarten wir regelrecht Schwierigkeiten. Entspannung und Nichtstun, sich mit etwas anderem befassen, wäre am meisten angesagt, um den spontan entstehenden Anforderungen gewachsen zu sein. Das nachwirken lassen, was geschehen ist, um daraus die angemessenen Schlüsse zu ziehen. Auch diese Ruhelosigkeit ist phänomenal! Sie entsteht, wenn wir vor uns selbst, den eigenen Wahrnehmungen, den eigenen Emotionen permanent auf der Flucht sind. Meist entwickelt sich aus dem ruhigen Nachspüren das Neue von selbst, wenn Sie dies zulassen. Die unverarbeiteten Empfindungen werden dann abends beim Tennis weggeschlagen oder beim Joggen abgelaufen, bis die Schuhe durch sind. Dabei wäre es wirklich wertvoll, diese Gefühle und Eindrücke erst einmal klar zu erleben! Vieles löst sich dann von selbst auf und das Angemessene entfaltet sich. Klar: wer sich selbst kaum Platz lässt, kann natürlich auch anderen keinen Raum geben! Auf mechanische Weise können wir Stress so nicht verhindern, sondern ihn nur in Grenzen halten! Was ist nur falsch? Stress wird vorwiegend durch das Folgen einer persönlichen Mission verhindert. Untersuchungen zeigen, dass der Erfolg in dem Maße geringer wird, wie Zwänge sich auf Führung und Mitarbeiter erhöhen, wie Kultur das Automaten- und Zwanghafte stützt. Wo Autonomie und Selbstbestimmung in der Tätigkeit fehlen, müssen Zwänge aufgebaut werden, damit eine Organisation funktionieren kann! Dabei wäre es so leicht, diese zum Nutzen des Unternehmens und der Mitarbeiter einzuführen! Es gibt dazu viele Erfahrungen mit selbstorganisierenden Methoden der Entscheidungs- und Zielfindung. Verweigerung und subtiler Boykott sind immer die Konsequenzen eines Mangels an kooperativer Zielentwicklung. Wer sich unterordnen muss, schneidet sich von seiner inneren Quelle ab. Kreative Energie kann nicht fließen. Zwanzig Jahre nach Reinhard Sprenger und zehn Jahre nach Gerald Hüther hat es sich bei einigen immer noch nicht rumgesprochen: Motivation kommt halt von innen und nicht von außen! Da nützt alles Manipulieren und Agieren nichts! Wenn Sie jedoch bereits im Hamsterrad sitzen, fällt der entspannte Blick nach draußen immer schwerer, obwohl ein angemessenes Führungsverhalten einfach ist! Wer sich als Chef wie der Hase im Märchen vom Hasen und vom Igel verhält und ohne Lockerheit und Selbstdistanz fremdgestalteten Zielvorgaben hinterher hechelt, wird feststellen müssen, dass dieses Verhalten keineswegs zwingend zu den ersehnten Vorteilen führen muss. Sichtbares Indiz persönlicher und ökonomischer Unvernunft, des unsäglichen Müssen – Müssens oder des Diktats einer rigiden Kultur sind fruchtbare Nährböden für Burn-out und vergleichbare Krankheiten. Wer sich von Zwängen und nicht von der Gegenwart vereinnahmen und begeistern lässt, ist auf Dauer in unserer dynamischen Marktwelt verloren, weil er seine eigenen Antennen immer weniger ausprägt und allmählich unbrauchbar macht. Sinnvoll für Verantwortliche wäre es, ein lebenskluges Hase & Igel-Verhalten an den Tag zu legen. Unternehmerisches Geschick ist stets ein Mix aus Beharrlichkeit, Reflektion und der Bereitschaft, unter Umständen rasch einen erforderlichen Kurswechsel vorzunehmen. Flexibilität und Sensibilität im Denken und Handeln! Dadurch kann der Job ein spannendes gemeinsames Abenteuer werden. Was Sie jetzt „tun“ können? Klar, es gibt viele Methoden der Entspannung, des Lockerlassens. Das ist alles nicht schlecht. Hier geht es um etwas enorm Praktisches und Grundsätzliches für Geistesarbeiter: Wie kann ich bei der Tätigkeit selbst entspannen und locker bleiben? Wie kann ich das, was ich tue, gelassen tun? Am besten durch ruhige Selbstbeobachtung. Schauen Sie sich über die Schulter. „Was tut sie oder er da?“ Einfach nur wahrnehmen, nachspüren, nicht darüber nachdenken. Schon nach kurzer Zeit spüren Sie, wie Sie locker lassen und sich ein leichtes, angenehmes Empfinden im Körper einstellt. Man nennt dies Eugefühl, ein Wohlbefinden, welches sich entwickelt, wenn wir gegenwärtig und nicht in unseren Gedanken gefangen sind. Welches grundlos da ist, selbst in schwierigen Situationen! Wie schön! Wenn wir dies nicht tun, werden wir der Verstand. Wir mutieren zur rasenden Rechenmaschine. Wir übergeben ihr die Kontrolle über unser Leben. Dies mag vielleicht logisch sein, ist aber falsch. Wir sind nicht der Verstand, wir haben einen. Wir sind Bewusstheit! Beachten Sie diesen feinen Unterschied nicht, dann arbeiten Sie nicht mehr, Sie werden gearbeitet und weg ist die Unabhängigkeit und Offenheit, sich selbst und anderen gegenüber! Und offensichtliche Chancen werden dem akuten Kleinkrieg geopfert. Das meinte wohl auch Herr Hiesinger. Immer mehr Führungskräfte begreifen, dass ihr Leben kein Schicksal ist und nicht von Zufall, Pech oder Glück abhängt, welches sie ertragen oder aushalten müssen. Sie begreifen, dass es von ihnen selbst abhängt, ob sie ihr Leben als glücklich, erfolgreich und erfüllt empfinden – und das ist immer subjektiv – oder ob sie sich hindurch quälen. Das ist nur eine kleine Veränderung der inneren Haltung – für die Neudeutschen: Mindset! Und dies bezieht sich natürlich auch auf Ihren Erfolg. Hat jemand aus der Hamsterradwelt einen besonderen Durchbruch geschafft, ist die Verwunderung und Nachfrage groß, warum und weshalb dies so ist. Wie bei vielen jungen Unternehmern, die ein neues Produkt mit ungewöhnlichen Maßnahmen erfolgreich auf den Markt bringen, etwa bei der neuen – staatlich nicht geförderten – IT Gründerwelle in Berlin – na sowas! – oder auch im Kino Christoph Waltz: Einfach nicht immer dahin rennen, wohin alle gehen, sondern sehen, was für einen selbst angemessen ist. Ich wünsche Ihnen eine gelungene Selbstbetrachtung! Gerne helfen wir Ihnen im Coaching dabei! Herzlichst Ihr Bernd Hofmann Mehr Interessantes zum Thema Führung finden Sie in meinem Buch: “Führen aus der Hängematte”, erhältlich als Taschenbuch oder für Kindle.

Kategorie: Sonstiges | 30.06.2014

Kollege Hund: Bürohunde gegen Stress und Burnout

Im Handelsblatt fand ich einen interessanten Artikel. Es ging um Bürohunde und deren Wirkung auf die Mitarbeiter. Hunde im Büro oder allgemein am Arbeitsplatz tragen zu einem besseren Arbeitsklima bei. Damit sind sie aktiv an der Prävention von Burnout und Stress beteiligt. Mein persönlicher Bürohund heißt Jerry. Er verbringt seine Tage meist auf seinem „Arbeitsplatz“ vor dem Aktenschrank. Er schläft. Er schnarcht. Und wenn ich mich zu lange nicht um ihn gekümmert hab (und in seinen Augen mal eine Pause brauche), kommt er zu mir an den Schreibtisch und stupst mich an, um geknuddelt zu werden. Bürohunde2 Alternativ legt er sich unter meinen Stuhl – also so lange ich noch einen Stuhl hatte, aber das ist ein anderes Thema – und versucht mich irgendwie abzulenken. Das ist nicht so negativ, wie es klingt, denn er lenkt mich eher selten ab und wirklich nur dann, wenn ich tatsächlich sehr lange am Stück gearbeitet habe. Dann ist tatsächlich Zeit für eine Pause, etwas Entspannung und Bewegung – und natürlich für Streicheleinheiten. Klar, nicht jeder Hund und nicht jeder Arbeitsplatz sind für einen tierischen Kollegen geeignet. Der Bundesverband Bürohund gibt auf seiner Seite klare Empfehlungen, welche Anforderungen an Mensch, Tierund Arbeitsplatz gestellt werden, damit Kollege Hund es gut hat. Dort gibt es auch eine lange Liste mit Vorteilen, die so ein Bürhohund dem Unternehmen, den Mitarbeitern und auch dem Hund bietet. Mein Jerry jedenfalls hat mein Arbeitsklima hier deutlich verbessert. Ich gebe zu, ich rede mit ihm und erkläre ihm, an was ich gerade arbeite. Ich erkläre ihm, was gerade problemtisch ist – und oft hilft alleine das „in Worte fassen“ schon dabei, eine Lösung zu finden. Im Homeoffice und ganz ohne Kollegen ist so ein Hund eben auch Kollegenersatz. Ob Jerry auch geeignet wäre als Bürohund in einem größeren Büro? Keine Ahnung. Ich kenne noch ein paar weitere Bürohunde. Das Sportartikelgeschäft im Nachbarort hat einen Ladenhund. Sehr niedlicher kleiner Kerl. Und das Reisebüro einer Freundin hat auch einen Bürohund. Haben auch Sie einen Bürohund? Oder eben einen Hund an Ihrem Arbeitsplatz? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht? Warum haben Sie einen Hund? Oder warum eben nicht? Erzählen Sie uns gerne von Ihrem tierischen Kollegen in den Kommentaren…

Kategorie: Sonstiges | 13.03.2014

Netztrüffel KW 11/2014

Wieder einmal erschienen in den Weiten des Internet in den letzten Wochen interessante Berichte zu Themen, die wir hier bereits aufgegriffen haben oder die wir hier immer wieder mal aufgreifen. Diesmal empfehle ich Ihnen die folgenden Artikel zur Lektüre. Besonders hinweisen möchte ich Sie auf das Schmankerl ganz am Schluss, das sicherlich ein Grinsen auf Ihr Gesicht zaubern wird.

Unter dem Titel „Wenn der Kollege plötzlich Chef wird“ geht der Merkur Online auf verschiedene Probleme ein, die sich beim Aufstieg in eine Führungsposition ergeben. Sehr informativ und gut auf den Punkt gebracht – und eine ideale Ergänzung zu unserem Artikel „8 Tipps für neue Führungskräfte„.

Auch das Hamburger Abendblatt gibt viele gute Ratschläge für neue Führungskräfte unter dem Titel „Wenn man zum ersten Mal der Chef ist„. Ebenfalls ein interessant zu lesender Artikel voller Tipps und Ratschläge.

Das Thema Change Management kam hier im Blog noch nicht zur Sprache, interessiert uns jedoch natürlich trotzdem. Haufe schreibt in einem spannenden Artikel „Wie Führungskräfte Veränderungsprozesse erleichtern können„. Sie finden dort vier sehr gute Tipps, wie Führungskräfte die Veränderungen emotional begleiten können.

Einen neuen Blick auf das Thema Work-Life-Balance fordert die Karrierebibel. Unter dem Titel „Work-Life-Balance: Vergessen Sie den Schwachsinn!“ erfahren Sie, wie Sie Ihre Arbeit als Teil Ihres Lebens definieren können, statt sie als Gegenpol zu Ihrem Leben anzusehen. Die Balance aus Leben und Arbeiten zu finden, wird damit weniger wichtig und wichtiger wird, in allen Lebensbereichen (unter anderem eben auch im Lebensbereich Arbeit) eine Balance herzustellen.

Führungskräfte sollen seit Neuestem ihre Mitarbeiter coachen. Dass das nicht gehen kann, zeigt ein Beitrag auf CFOworld. In ihrem Artikel „7 verschiedene Fragetypen“ zeigt Management-Autorin Sabine Prohaska auf, mit welchen Fragetypen es Führungskräften dennoch gelingen kann, ihre Mitarbeiter ähnlich wie ein Coach zu unterstützen. Den quasi gleichen Artikel findet man übrigens auch im Blog der WiWo unter dem Titel „Management-Autorin Sabine Prohaska über Manager, die plötzlich ihre Mitarbeiter coachen sollen: Führen durch fragen„.

Zum Schluss noch ein ganz besonderes Fundstück, über das ich mich persönlich sehr gefreut habe. Im Beitrag „7 Things Star Wars taught me about Productivity“ zeigt Bestseller-Autor James Altucher auf, was er für seine Produktivität aus den Star Wars Filmen gelernt hat. Witzig – und echt gut!!!

Kategorie: Sonstiges | 13.01.2014

Vortrag „Work-Life-Balance“ – Livestream

Mit dem Vortrag „Work-Life-Balance: Mein Job, mein Leben – und ich?“ kann man morgen, am 14. Januar 2014 unter anderem Prof. Dr. Lothar Seiwert auf der CONMEDIA in Stuttgart erleben. Die Themen Work-Life-Balance und Zeitmanagement sind sicherlich für viele unserer Leser interessant – und wer nicht direkt vor Ort dabei sein kann, sollte sich den Livestream über das Internet nicht entgehen lassen. Die CONMEDIA ist eine Talkrunde von Studenten der Hochschule der Medien Stuttgart und Experten. Zum Thema „Work-Life-Balance“ diskutieren neben Seiwert, den man zurecht als Guru des Zeit- und Selbstmanagements bezeichnen kann, noch weitere interessante Gäste: der ehemalige Fußballprofi Hansi Müller, Harald Schmidts ehemaliger Redaktionsleiter Manuel Andrack sowie die FDP-Politikerin und Rechtsanwältin Judith Skudelny. Einlass direkt vor Ort ist ab 18 Uhr, der Talk beginnt um 19 Uhr. Der Livestream ist erreichbar unter mw.hdm-stuttgart.de/~conmedia/ws1314/live Nähere Informationen zur Veranstaltung finden sich auf der Seite der CONMEDIA. Fotocredit: twinlili  / pixelio.de