Kategorie: Moderation | 10.02.2016

Diskussionsrunden und Frageformen als Grundlagen der Moderation

Der Moderator, der Inhalte und Ergebnisse präsentiert und die Teilnehmer anleitet, fungiert gleichzeitig als Lehrer. Es ist nicht erforderlich, dass er selber über das Wissen verfügt, das Thema der Moderation ist. Zwingend ist die Neutralität zum Thema, eine unabhängige, vorbehaltlose Einstellung gegenüber den Teilnehmern und die unbedingte Fähigkeit, sich selber zurück zu nehmen.

Um die Moderation erfolgreich durchzuführen, stehen Ihnen viele Methoden und Hilfsmittel zur Verfügung.
Nicht jede Methodik ist für jede Gruppe und jedes Thema geeignet. Die Mittel müssen nach Zeit, Umfang, Teilnehmern und Ergebnis Anwendung finden.

Diskussionsformen

Diskussionen bei einer Moderation werden vorzugsweise in Runden geführt, bei denen sich die Teilnehmer gleichermaßen in die Augen sehen können. Störende Tische haben hier keinen Platz. Das Halbrund bietet sich als Form an. Lässt die Diskussionskultur der Teilnehmer eine freie, kaum geleitete Diskussion zu, greift der Moderator zur Ringdiskussion.

Besteht die Diskussionskultur in heftigen, ausufernden Auseinandersetzungen oder ist der Zeitdruck hoch, greift man auf die vom Moderator geführte Sterndiskussion zurück. Bei dieser Diskussionsform erteilt und entzieht der Moderator das Wort und fordert jeden Teilnehmer zur Beantwortung von Fragen auf.

Mit präzise gestellten, kurzen Fragen das gewünschte Ziel erreichen und die Antworten visualisieren

Durch gezielte Fragestellung leitet der Moderator die Teilnehmer an, sich am Problemlösungsprozess zu beteiligen. Die Fragen sollten kurz, knapp und präzise sein. Durch direkte Ansprache der Teilnehmer erlaubt der Moderator den Teilnehmern sich einzubringen und Position zu beziehen wenn es darauf ankommt. Wird eine Frage ungenau oder unverständlich gestellt, wird das gewünschte Ziel überhaupt nicht oder unzureichend erreicht. Die korrekt gestellte Frage gibt Impulse zur Lösungsfindung.

Unterschiedliche Fragestellungen lösen beim Teilnehmer unterschiedliche Reaktionen aus. Erwarten Sie eine Entscheidung der Teilnehmer, wird die geschlossene Frage, zu der die Fragen zu einer Abstimmung ebenfalls gehören gestellt. Geschlossene Fragen lassen nur kurze, positive oder negative Antworten zu.

Die offenen Fragen oder W- Fragen geben den Teilnehmern einen großen Spielraum, sich in die Diskussion oder die Datensammlung einzubringen. Offene Fragen legen Sachverhalte, Konsequenzen und Zusammenhänge frei. Sie bieten sich vor allen Dingen zum Sammeln der Daten an. Da der Moderator sich neutral zu Inhalten verhalten muss, können Inhaltsfragen an die Gruppe weitergeleitet werden.

Störer gibt es immer wieder. Da derjenige, der die Fragen stellt, die Veranstaltung führt, werden Sie sich nicht selten Teilnehmern ausgesetzt sehen, die versuchen, den Moderator zur Beantwortung von Fragen herauszufordern. Lassen Sie sich nicht auf dieses „Machtspiel“ ein. Stellen Sie eine Gegenfrage und versuchen Sie die Beweggründe des Teilnehmers zu der von ihm gestellten Frage herauszufinden.

Fazit

Fragen müssen präzise und knapp gestellt werden. Stellen Sie Fragen, die dem Ziel der Veranstaltung zu Gute kommen und verzetteln Sie sich nicht an unrelevanten Fragen, die vom eigentlichen Ziel ablenken. Werden Fragen bezüglich der Transparenz gestellt, beantworten Sie diese so kurz wie möglich. Beachten Sie den Zweck, den Sie mit einer Frage erreichen wollen und stellen die Frage entsprechend. Soll eine Entscheidung gefällt werden, über deren Folgen zuvor schon umfangreichend und ergiebig diskutiert wurde, stellen Sie die Frage als Entscheidungsfrage, die keine weiteren Diskussionen zulässt. Vermeiden Sie die Beantwortung von Inhaltsfragen und beantworten Sie keine Fragen, die die Teilnehmer an Ihrer Kompetenz zweifeln lässt.

 

Kategorie: Sonstiges | 13.03.2014

Netztrüffel KW 11/2014

Wieder einmal erschienen in den Weiten des Internet in den letzten Wochen interessante Berichte zu Themen, die wir hier bereits aufgegriffen haben oder die wir hier immer wieder mal aufgreifen. Diesmal empfehle ich Ihnen die folgenden Artikel zur Lektüre. Besonders hinweisen möchte ich Sie auf das Schmankerl ganz am Schluss, das sicherlich ein Grinsen auf Ihr Gesicht zaubern wird.

Unter dem Titel „Wenn der Kollege plötzlich Chef wird“ geht der Merkur Online auf verschiedene Probleme ein, die sich beim Aufstieg in eine Führungsposition ergeben. Sehr informativ und gut auf den Punkt gebracht – und eine ideale Ergänzung zu unserem Artikel „8 Tipps für neue Führungskräfte„.

Auch das Hamburger Abendblatt gibt viele gute Ratschläge für neue Führungskräfte unter dem Titel „Wenn man zum ersten Mal der Chef ist„. Ebenfalls ein interessant zu lesender Artikel voller Tipps und Ratschläge.

Das Thema Change Management kam hier im Blog noch nicht zur Sprache, interessiert uns jedoch natürlich trotzdem. Haufe schreibt in einem spannenden Artikel „Wie Führungskräfte Veränderungsprozesse erleichtern können„. Sie finden dort vier sehr gute Tipps, wie Führungskräfte die Veränderungen emotional begleiten können.

Einen neuen Blick auf das Thema Work-Life-Balance fordert die Karrierebibel. Unter dem Titel „Work-Life-Balance: Vergessen Sie den Schwachsinn!“ erfahren Sie, wie Sie Ihre Arbeit als Teil Ihres Lebens definieren können, statt sie als Gegenpol zu Ihrem Leben anzusehen. Die Balance aus Leben und Arbeiten zu finden, wird damit weniger wichtig und wichtiger wird, in allen Lebensbereichen (unter anderem eben auch im Lebensbereich Arbeit) eine Balance herzustellen.

Führungskräfte sollen seit Neuestem ihre Mitarbeiter coachen. Dass das nicht gehen kann, zeigt ein Beitrag auf CFOworld. In ihrem Artikel „7 verschiedene Fragetypen“ zeigt Management-Autorin Sabine Prohaska auf, mit welchen Fragetypen es Führungskräften dennoch gelingen kann, ihre Mitarbeiter ähnlich wie ein Coach zu unterstützen. Den quasi gleichen Artikel findet man übrigens auch im Blog der WiWo unter dem Titel „Management-Autorin Sabine Prohaska über Manager, die plötzlich ihre Mitarbeiter coachen sollen: Führen durch fragen„.

Zum Schluss noch ein ganz besonderes Fundstück, über das ich mich persönlich sehr gefreut habe. Im Beitrag „7 Things Star Wars taught me about Productivity“ zeigt Bestseller-Autor James Altucher auf, was er für seine Produktivität aus den Star Wars Filmen gelernt hat. Witzig – und echt gut!!!

Kategorie: Präsentation & Rhetorik | 30.09.2013

Troubleshooting bei Fragen während Präsentationen

Wer kennt es nicht: Sie halten eine Präsentation und irgendeiner der Zuhörer muss Sie unterbrechen, um eine Zwischenfrage zu stellen. Ärgerlicherweise bringt er Sie damit nicht nur aus dem Konzept, sondern Sie müssen auch noch aus dem Stand eine möglichst passende Antwort parat haben. Wie Sie mit Zwischenfragen aus dem Publikum umgehen können, zeige ich Ihnen heute.

Genereller Umgang

Stellen Sie den Fragesteller nie bloß, sondern behalten Sie gleiche Augenhöhe bei. Bleiben Sie neutral und bewerten Sie seine Frage nicht in irgendeiner Art und Weise. Hören Sie dem Fragesteller bis zum Ende zu und sprechen Sie ihn bei der Antwort – wenn möglich – direkt mit Namen an. Ihre Antworten sollten kurz und prägnant sein und die Begriffe und Formulierungen des Fragestellers enthalten. Bei Ihrer Antwort halten Sie Blickkontakt nach der 25-75-Regel: zu 25% mit dem Fragesteller, zu 75% mit dem Rest des Publikums. Am Ende klären Sie unbedingt ab, ob die Frage damit beantwortet ist. Lassen Sie Fragen und Antworten gegebenenfalls aufschreiben.

Sie können die Frage nicht beantworten?

In diesem Fall wiederholen Sie die Frage und klären Sie ab, ob Sie sie richtig verstanden haben. Sie können die Frage auch an das Publikum weitergeben. Sie könnten dem Fragesteller Quellen nennen, unter denen er die Antwort finden kann. Klären Sie ab, wie wichtig die sofortige Beantwortung ist oder ob die Frage noch zurückgestellt werden kann. Schreiben Sie die Frage sichtbar auf, z.B. auf eine „Offene Punkte Liste“. Vereinbaren Sie inen Zeitpunkt, zu dem die Antwort nachgeliefert wird.

Kritische Beiträge

Klären Sie konkret, auf was oder wen sich die Kritik bezieht. Hinterfragen Sie den kritischen Beitrag deteilliert mit einer Gegenfrage: „Sie sagten…“ oder „Was meinen sie genau mit…“ Sie können den Frager auch nach einem konkreten Lösungsvorschlag fragen.

Sie brauchen Zeit zum Nachdenken

Klären Sie, ob die Fragestellung für alle Zuhörer interessant ist oder die Beantwortung nur für den Fragesteller wichtig ist. Bitten Sie den Fragesteller, die Frage noch einmal zu wiederholen. Ignorieren Sie die Frage beim ersten Mal („Nicht gehört“) – wichtig dabei: Kein Blickkontakt mit dem Fragesteller 😉 Wiederholen Sie die Frage und klären Sie deren Verständnis. Stellen SIe sicher, dass alle im Publikum die Frage verstanden haben.

Jemand unterbricht sie

Lassen Sie den Fragesteller sagen, was er zu sagen hat und bitten ihn dann, zu warten bis Sie fertig sind.

Gleiche Frage wird wieder gestellt

Beantworten Sie die Frage und versuchen Sie dabei, es auf eine andere Weise bzw. mit anderen Worten zu erklären. Vermeiden Sie „Du-Depp-Formulierungen“ wie: „Wie ich ja bereits vorhin deutlich gemacht habe…“

Wirre Fragen

Bitten Sie die Person, die Frage noch einmal mit anderen Worten zu formulieren. Antworten Sie auf den Teil der Frage, den Sie verstanden haben. Oder bieten Sie dem Fragesteller an, sich mit ihm nach der Diskussion persönlich zu unterhalten.

Profilierungsfragen

Bieten Sie dem Fragesteller seine Bühne. Zeigen Sie ihm, dass Sie ihn ernst nehmen und ihn verstehen. Visualisieren Sie seine Frage. Er erhält somit die Aufmerksamkeit, die er möchte und Sie können nach kurzer Zeit mit Ihrer Präsentation fortfahren. Versuchen Sie diesen Teilnehmer zu unterbrechen, wird er umso heftiger um „seine Bühne“ kämpfen oder sich in den „verdeckten Widerstand“ zurückziehen.

Lange unzusammenhängende Frage

Wenn Sie sehen, auf was die Frage hinauslaufen wird, dann unterbrechen Sie höflich und formulieren Sie die Frage mit eigenen Worten.

Frage die das restliche Publikum nicht interessiert

Antworten Sie so kurz wie möglich auf diese Frage. Möglicherweise fragen Sie das Publikum, ob sich noch jemand dafür interessieren würde. Wenn ein reges Interesse besteht, dann fahren Sie mit der Beantwortung fort.

Vielredner

Lassen Sie den Fragesteller keinen Monolog halten – stoppen oder bremsen Sie ihn. z.B. mit einem „Was genau ist (jetzt) Ihre Frage?“ oder „Können Sie uns bitte Ihre Frage nennen?“ oder auch gleich mit einer Antwort „Um auf den Kern Ihrer Frage zu kommen…“ bzw. „Was ich aus Ihren Worten heraushöre, ist…“ Ich hoffe, Sie sind nun besser auf Fragen aus dem Publikum vorbereitet. Ihr Andreas Straub Fotocredit: Rainer Sturm  / pixelio.de