Kategorie: Moderation

Präsentation & Rhetorik | 25.09.2014

Was tun bei… persönlichen Angriffen in der Veranstaltung?

Wir starten eine neue Serie, die sich mit dem Umgang mit schwierigen Situationen in Trainingsveranstaltungen, Workshops, Meetings, Vorträgen und so weiter beschäftigt. Den Anfang macht ein heikles Thema: Persönliche Angriffe auf den Workshopleiter oder Referenten.

„Das habe ich auch schon mal in besser gesehen!“
„Arbeiten Sie das erste oder das zweite Mal mit einer Gruppe?“
„Was für ein Schwachsinn ist das denn wieder?!“
„Denken Sie eigentlich, bevor Sie sprechen?“

Solche direkten oder indirekten Aussagen können schnell verletzen, irritieren oder verärgern. Vor allem, wenn Sie sich viel Mühe mit dem Workshop geben.

Grundsätzlich sollten Sie den Beitrag ernst nehmen und klären, wie denn das Gesagte zu verstehen ist. Dazu macht es Sinn, erst mal bei sich selbst schauen, ob es tatsächlich ein Angriff war oder ob Sie heute nur einfach etwas dünnhäutig sind.

Wenn Sie zu dem Entschluss gekommen sind, dass es sich um einen Angriff handelt, dann sollten Sie klären, wem oder was der Angriff eigentlich gilt.

  • Ihnen in der Funktion
  • der Methode/der Vorgehensweis
  • sind Sie Platzhalter/Sündenbock für jemand anders
  • Ihnen ganz persönlich

Dazu fragen Sie, was mit der Aussage gemeint ist oder wo der Sprecher den Zusammenhang zum Thema sehe, und was die Gruppe nun damit anfangen solle. Beziehen Sie die anderen TN über Blickkontakt und wenn nötig direkte Ansprache mit ein.

In der Regel wird sich der Angreifer dadurch selbst der „Destruktivität“ seiner Aussage bewusst und besinnt sich eines Besseren. Wenn dies nicht hilft, sollten Sie in der Pause ein persönliches Gespräch mit ihm suchen. Auf keinen Fall sollten Sie selbst in den „Ring“ steigen und sich einen Schlagabtausch mit dem TN liefern. Wenn Sie gewinnen, dann haben Sie vielleicht einen oder mehrere Feinde fürs Leben und obendrein noch eine miese Workshop-Stimmung. Wenn Sie verlieren, ist Ihre Autorität in der Gruppe dahin.

Wenn das alles nichts nutzt (was erfahrungsgemäß sehr unwahrscheinlich ist), dann sollten Sie Ihre Akzeptanzgrenze verbal/nonverbal deutlich machen. Status ist jetzt alles. Aktive Sprache ohne Konjunktiv und Verneinung. Kurze Sätze, standfest auf beiden Beinen stehen und Blickkontakt. Wenn Sie sich bewegen müssen, dann lieber auf den TN zugehen als sich von ihm wegbewegen. Jetzt gilt es, bestimmt aber ruhig eine Ansage zu machen, ohne aus der professionellen Rolle zu fallen.

Und wenn auch das nichts helfen sollte, bleibt Ihnen als allerletztes Mittel noch, mit Abbruch der Veranstaltung zu drohen und in letzter Konsequenz den Abbruch auch tatsächlich zu vollziehen. Hoffen wir, dass es nie so weit kommen möge!

Was hilft Ihnen, wenn Sie sich in einer Workshopsituation oder bei einem Vortrag persönlichen Angriffen ausgesetzt sehen? Lassen Sie uns an Ihren Tipps in den Kommentaren teilhaben.

Weitere Teile dieser Serie:

Kategorie: Präsentation & Rhetorik | 07.08.2014

Was ist eigentlich Powerpoint Karaoke?

Haben Sie schon mal von Powerpoint Karaoke gehört? Noch nicht? Mir begegnet dieser Begriff gerade immer wieder. Für jeden, der zumindest ab und an eine Präsentation halten muss, finde ich Powerpoint Karaoke eine sehr gute Vorbereitung. Die Wikipedia bezeichnet Powerpoint Karaoke als „Ableger des klassischen Karaoke, bei dem die Teilnehmer keine Liedtexte nachsingen, sondern aus dem Stegreif einen Vortrag zu ihnen vorher nicht bekannten, zufällig ausgewählten Folien halten. […] Es handelt sich um ein rhetorisches, präsentatorisches Trainingsspiel mit Unterhaltungscharakter.“

Vorteile

Man übt also Präsentieren anhand vorher nicht bekannter Powerpoint Foliensätze. Damit übt man viele Dinge  gleichzeitig:
  • Freies Sprechen vor Publikum
  • Besiegen von Lampenfieber
  • Umschiffen von Präsentationsklippen
  • Umgang mit schwierigen Situationen in Präsentationen
  • Rhetorik
  • Kreativität

Ablauf als Spiel im Training

Ein (mehr oder weniger) Freiwilliger wird ausgewählt. Entweder er, der Spielleiter oder das Publikum wählen ein Thema aus. Zu diesem wird über eine Suchmaschine nach einer Präsentation gesucht. Bei Google erreicht man dies zum Beispiel, indem man dem Suchbegriff „filetype:ppt“ (oder „filetype:pptx“ oder auch „filetype:pdf“ für Präsentationen, die als PDF-Dateien vorliegen) hinzufügt. Die erste gefundene Präsentation zu dem gewählten Thema wird verwendet und ohne vorher die Folien anzuschauen, startet der gewählte Präsentator seinen Vortrag. Nach Beendigung des Vortrags kann eine Bewertung durch das Publikum oder den Spielleiter oder eine Jury erfolgen, muss jedoch nicht. Statt per Suchmaschine nach Präsentationen zu suchen, kann auch der Spielleiter mehrere Präsentationen vorbereiten und per Zufall an die Teilnehmer verteilen.

Zufallspräsentation per Internetportal

Das Portal Kapopo hat viele Powerpoint-Präsentationen gesammelt und stellt sie auf seiner Seite zur Verfügung für Powerpoint Karaoke. Dabei kann man auswählen, ob man Einsteiger oder Fortgeschrittener ist – und dementsprechend schwer sind auch die Präsentationen. Es gibt auch noch Spielvarianten wie „Zufallswörter“, „Tabuwörter“, „Pantomime“, „Spontan, wenn ich Du wäre…“, die noch mehr Spaß bringen und sich vermutlich an die eher fortgeschrittene Zielgruppe richten. Der Dienst ist kostenfrei. Man kann nach Anmeldung auch eigene Präsentationen hochladen und zur Verfügung stellen. Für Fragen, Verbesserungsvorschläge, Kritik und ähnliches steht ein Forum zur Verfügung.

Deutsche Meisterschaft

Ob man es glaubt oder nicht, es gibt auch schon eine Deutsche Meisterschaft im Powerpoint Karaoke. Im dezember 2013 fand die erste davon in Berlin statt. Entwickelt hat sich die Idee dazu aus einem festen Termin für Powerpoint Karaoke in einer Berliner Bar. Es wurden wohl immer mehr Teilnehmer, so dass irgendwann die Idee aufkam, eine Meisterschaft zu machen. Organisiert wurde das Ganze von Kultmucke, die auch einen eigenen YouTube-Kanal zu Powerpoint Karaoke betreiben. Kannten Sie Powerpoint Karaoke schon? Haben Sie es schon einmal in einem Training eingesetzt? Wie sind Ihre Erfahrungen damit? Wir sind gespannt auf Ihre Berichte aus der Praxis…  

Kategorie: Präsentation & Rhetorik | 03.04.2014

Buch-Tipp „Zen oder die Kunst der Präsentation“

Unser heutiger Buchtipp dreht sich um das Buch „Zen oder die Kunst der Präsentation“ von Garr Reynolds. Zen Präsentation

Zen oder die Kunst der Präsentation

Inspirierendes Kultbuch und Bestseller in neuer Ausgabe mit neuen Ideen. Mit einfachen Ideen gestalten, präsentieren und das Publikum überzeugen statt zu langweilen. Der Autor schafft es anhand von vielen Beispielen, seine Empfehlungen für eine gelungene Präsentation in seinem eigenen Buch umzusetzen. „Einfachheit, Eleganz, Weniger ist mehr, Mut zum leeren Raum, Ruhe, Schlichtheit und Achtsamkeit gegenüber Thema und Publikum. Dem Autor geht es dabei nicht um das beste Bild oder Text — vielmehr zielt er auf das Verständnis des Präsentationsprozesses als Kommunikationsform ab. So entsteht ein Buch, das dem Leser zeigt, wie man mit den richtigen Gedanken und viel Kreativität aus einer Präsentation ein einmaliges Ganzes macht.“ Das Buch bietet professionelle Alternativen für alle, die nicht 0815 präsentieren wollen und die vor allem der Meinung sind, dass weniger mehr ist. Garr Reynolds ist in Bezug auf Erstellung und Durchführung von Präsentationen ein weltweit angesehener Experte. Als ein von Fortune-500-Unternehmen gebuchter Redner weiß er, worauf es in der Praxis ankommt. Der Autor, Designer und Musiker lehrt als Dozent für Management an der Kansai Gaidai Universität in Japan. Davor war er als Leiter der internen Schulungsabteilung bei Sumitomo Electric tätig und arbeitete bei Apple, Inc. im Bereich Worldwide User Group Relations. Der langjährige Anhänger der Zen-Kunst ist Direktor von Design Matters Japan. Insgesamt eine wohltuende Ausnahme auf dem Fachbüchermarkt, in dem leider viel zu häufig Bücher zu finden sind, in denen die Autoren die Lehre predigen und diese für die eigene Buchgestaltung wenig berücksichtigen. Ein „Must have“ für alle, die dem „Tod durch Powerpoint“ ein Schnippchen schlagen möchten.

Kategorie: Präsentation & Rhetorik | 24.03.2014

SERIE Anlassbezogene Präsentationsstrategien – Zur Veränderung bewegen

In meiner Serie zu auf den Anlass bezogenen Präsentationsstrategien stelle ich Ihnen im heutigen letzten Teil eine Strategie vor, mit der Sie es schaffen, Ihre Zuhörer zur Veränderung zu bewegen.

Dazu müssen Sie diese mit Ihrer Analyse der Situation da abholen, wo sie stehen und im Anschluss mit klaren Zielen überzeugen. Um das zu erreichen, lautet Ihre Strategie

Identifikation – Faszination – Projektion

Im Zuge der Identifikation analysieren Sie zuerst die Ausgangslage, die Sie für Ihre Hauptbotschaft benötigen und stellen dann nach der Problemerkennung den Handlungsbedarf dar, der zu Ihrer Hauptbotschaft führt. Faszinieren Sie Ihre Zuhörer danach mit mehreren Lösungsoptionen, von denen Ihre empfohlene Lösung die Hauptbotschaft mit ihren Kernaussagen sein muss. Am Ende folgt schließlich der Teil der Projektion: Schätzen Sie ab, welche Auswirkungen Ihre bevorzugte Lösungsmöglichkeit (also Ihre Hauptbotschaft) haben wird und machen Sie transparent, welche Aufgaben und notwendigen Handlungen damit einhergehen.

Oder kurz gefasst:

Identifikation

  • Analyse der Ausgangslage Hauptbotschaft
  • Problemerkennung und Handlungsbedarf –>Hauptbotschaft

Faszination

  • mögliche Lösungsoptionen
  • Empfohlene Lösung als Hauptbotschaft
    • Kernbotschaft 1
    • Kernbotschaft 2
    • Kernbotschaft 3

Projektion

  • Abschätzung der Auswirkungen Hauptbotschaft
  • Transparenz der Aufgaben und der notwendigen Handlungen

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit dieser Strategie!
Ihr Andreas Straub

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Kategorie: Präsentation & Rhetorik | 02.12.2013

10 Geheimtipps zur Körpersprache in Präsentationen

Vor Präsentationen sind Sie sicher auch aufgeregt. Wenn es Ihnen wie den meisten Menschen geht, wissen Sie nicht, wohin mit Ihren Händen, wie anfangen, wo hinschauen und und und. Ich gebe Ihnen heute 10 Geheimtipps zur Körpersprache bei Präsentationen abseits der üblichen Empfehlungen für die Zeit vor, während und nach einer Präsentation. Stellen Sie gleich zu Beginn soziale Attraktivität her Gehen Sie aktiv auf Unterstützer und/oder Entscheider zu und sprechen mit ihnen. Dadurch unterstreichen Sie für den Rest der Anwesenden ihren Status, Einfluss und Zugehörigkeit. Nicken Sie Unterstreichen Sie Ihre Ausführungen mit einem leichten Kopfnicken wenn Sie von etwas überzeugen möchten. Wenn Ihr Publikum bei Ihnen ist, werden sie unbewusst das Kopfnicken übernehmen und dadurch Ihre Ausführungen als überzeugender empfinden. Lächeln Sie (wenn es angemessen ist) Lächeln lockert Sie und die Situation auf. Lächeln baut Spannungen ab und macht Sie gleich sympathischer. Halten Sie Ihre Hände im positven Bereich Der positive Bereich liegt zwischen Hüftknochen und Kinn Bleiben Sie stehen Ideal ist es, hüftbreit Gewicht auf beide Beine und locker in den Knien bleiben. Wirkt locker und dennoch präsent. Bewahren Sie Haltung Halten Sie Ihre Körperspannung und damit Ihren Oberkörper auf recht. Wirkt präsenter und überzeugender und Ihr Stimmvolumen v erbessert sich. Spielen Sie mit Ihrem Standplatz Seite wechseln um Blickkontakt mit allen TN herzustellen Nach vorne gehen (Beziehungsachse) für Fragen und Diskussionen Von links nach rechts laufen zur Unterstreichung von zeitlichen Verläufen (links ist aus Teilnehmersicht Vergangenheit) Halten Sie ihre Hände frei und flexibel Alles gleich wieder weglegen (Stift, Presenter) was zum spielen verleitet. Wirkt nervös und schränkt die natürliche Gestik ein. Halten Sie Blickkontakt Dadurch wirken Sie glaubwürdiger und damit überzeugender. Um direkten Blickkontakt zu vermeiden, können Sie a) eine liegende 8 in Richtung Publik umschauen und/oder b) auf die Nasenwurzel der TN schauen. Ab 2 Meter Entfernung sieht es dann so aus, als würden Sie den Betreffenden in die Augen schauen. Unterdrücken Sie Ihren Fluchtimpuls Warten Sie bis zum Ende des Applauses oder des akademischen Tischeklopfens. Erst dann gehen Sie ruhig und gelassen auf Ihren Platz zurück. Bewahren sie 1-2 Minuten die Haltung, bis die Aufmerksamkeit der Anwesenden sich auf eine andere Person richtet. Dann können Sie erleichtert ausatmen (nicht zu laut) und leise Ihren Kollegen fragen „Wie war’s?!“ Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer nächsten Präsentation! Ihr Andreas Straub  

Kategorie: Moderation | 31.10.2013

Die 5 schnellsten Tipps für die Arbeit mit Moderationsmedien

In einer Moderationssituation haben Sie oft nicht viel Zeit. Daher habe ich heute die 5 schnellsten Tipps für den Umgang mit Moderationsmedien für Sie zusammengestellt.  

TIPP 1: Wie erstelle ich in 1 Minute eine Themenliste mit 14 Themenfeldern?

Für die horizontalen Linien:
  • Pinnwandpapier auf die Pinnwand spannen, dabei aber mit 3 Nadeln nur oben festmachen.
  • Den unteren Teil des Blattes nach oben falten (bis ca. 10 cm. unter den Rand) Wichtig dabei ist, dass sauber angesetzt wird und dass der nach oben gefaltete Teil nicht krumm auf dem unteren aufliegt, sonst werden die Felder auch krumm.
  • Mit einem Stift oder der Hand über die Faltkante streichen, so dass eine scharfe Faltkante entsteht. Hochgeklappten Teil festhalten oder mit 2 Nadeln am oberen Rand fixieren.
  • Jetzt wieder den unteren Teil nach oben klappen (bündig mit erster Faltung) und die Faltkante glatt streichen.
  • Das Ganze insgesamt vier Mal wiederholen.
  • Nachdem Sie das insgesamt vier Mal gemacht haben, lassen Sie das Papier wieder nach unten klappen, streichen es glatt und fixieren es jetzt auch unten auf der PW.
Für die vertikalen Linien
  • Gerade und damit ordentliche vertikale Striche auf der Pinnwand für die einzelnen Rubriken (Nr., Thema, Punktungsfeld, Rang) kriegen Sie, wenn Sie eine 2. Pinnwand direkt an die erste stellen und die Außenkante der 2. Pinnwand als Lineal benutzen. Einfach mit einem Stift entlangfahren. Fertig.
 

TIPP 2: Wie erstelle ich in 5 Minuten eine Matrix auf einer Pinnwand?

Falttechnik: Für die Matrix gilt die gleiche Falttechnik wie für die Themenliste aus Tipp 1. Nur mit der Ergänzung, dass Sie die vertikalen Linien ebenfalls falten können, indem Sie das Papier nur auf jeweils einer Seite oben und unten mit Nadeln auf der PW fixieren (4 Nadeln) und die gleiche Faltechnik wie für die horizontalen Linien verwenden. Je stärker Sie die Faltkante auswalzen, desto besser ist diese dann im Anschluß zu sehen. Zeichentechnik: Für die vertikalen Linien können Sie die Aussenkante einer zweiten Pinnwand wie ein stehendes Lineal benutzen. Für die horizontalen Linien können Sie einen in der Mitte (in Längsrichtung) gefalteten Überschriftenstreifen verwenden und die Faltkante als Lineal benutzen.  

TIPP 3 Wie bringe ich 30 Karten, die sortiert auf dem Boden oder Tisch liegen in 1 Minute an Pinnwand oder Wand?

Einfach über die Karten mehrere durchgehende Klebebandstreifen kleben. Sofern Sie die Karten dann an die Wand kleben wollen, ist es wichtig, dass die Klebebandstreifen über die oberste und unterste Karte mindestens 15 cm rausgeklebt werden, sonst ist die Kontaktfläche zu klein und die Karten halten nicht lange an der Wand. Wichtig dabei ist auch, dass, nachdem Sie die Klebestreifen über die Karten geklebt haben, das Klebeband noch mal auf den Karten andrücken, um sicher zu gehen, dass es auch wirklich genug Kontakt hat.  

TIPP 4: Was mache ich, wenn ich keine Pinnwand und keine Nadeln habe, um Karten aufzuhängen?

Für diesen Fall gibt es verschiedene Alternativen:
  • Mit Post it´s arbeiten.
  • Mit selbstklebenden Moderationskarten arbeiten.
  • Aus Klebeband Schlaufen formen und diese hinter die Karten kleben.
  • Auf dem Boden vorsortieren und dann wie bei Punkt 3 verfahren.
  • Kontaktkleber von 3M verwenden (der Klebestift NICHT der Sprühkleber)
 

TIPP 5: Wie minimiere ich bei einer Kartenfrage die Kartenflut, ohne die Kreativität zu bremsen?

Die Anzahl der Qualität steigt mit der Quantität, sagt die Kreativitätslehre. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass bei einer Kartenfrage keine Einschränkungen bezüglich der Kartenanzahl und der zu Verfügung stehenden Zeit bestehen. Zumindest im ersten Arbeitsschritt.
  • Lassen Sie die Teilnehmer erst mal schreiben. Am besten in Kleingruppen (2er, 3er), das reduziert schon mal die Dopplungen.
  • Geben Sie eine zeitliche Orientierung mit dem Satz „Schauen Sie mal, dass Sie in 10 Minuten fertig sind. Wenn Sie mehr Zeit benötigen, dann kriegen Sie die Zeit selbstverständlich.“
  • Fragen Sie nach 8 Minuten nach, ob die Zeit reicht und verhandeln Sie nötigenfalls noch Zeit mit den Teilnehmern nach.
  • Bevor Sie die Karten einsammeln, muss jede Gruppe ihre TOP 5 bis 8 Karten aussortieren. Nur diese  werden dann für die anschließende Clusterung zugelassen. Ziel hierbei ist eine überschaubare Anzahl von Karten zu erhalten. Eine gute Größe für die Clusterung sind 30 bis 35 Karten, dann dauert die Clusterung nicht so lange. Sofern 4 Gruppen schreiben, darf jede Gruppe 8 Karten für die Clusterung abgeben, schreiben mehr Gruppen, darf jede Gruppe entsprechend weniger Karten als TOP-Karten abgeben. Einwände wie z.B. „Ich kann meine Karten nicht priorisieren/alles ist wichtig“ können Sie umgehen, indem Sie ankündigen, dass die bei der Priorisierung herausgefallenen Karten im zweiten Schritt ergänzt werden können, sofern Sie noch einen wichtigen Beitrag leisten und inhaltlich noch nicht in der Clusterung vertreten sind.
  • Sofern die TOP 5 bis 8 jeder Gruppe geclustert sind, fragen Sie noch mal nach, ob jetzt noch jemand von den vorher herausgefallenen Karten etwas ergänzen möchte. Erfahrungsgemäß sind das noch mal 3-4 Karten.
Fotocredit: RainerSturm  / pixelio.de

Kategorie: Präsentation & Rhetorik | 30.09.2013

Troubleshooting bei Fragen während Präsentationen

Wer kennt es nicht: Sie halten eine Präsentation und irgendeiner der Zuhörer muss Sie unterbrechen, um eine Zwischenfrage zu stellen. Ärgerlicherweise bringt er Sie damit nicht nur aus dem Konzept, sondern Sie müssen auch noch aus dem Stand eine möglichst passende Antwort parat haben. Wie Sie mit Zwischenfragen aus dem Publikum umgehen können, zeige ich Ihnen heute.

Genereller Umgang

Stellen Sie den Fragesteller nie bloß, sondern behalten Sie gleiche Augenhöhe bei. Bleiben Sie neutral und bewerten Sie seine Frage nicht in irgendeiner Art und Weise. Hören Sie dem Fragesteller bis zum Ende zu und sprechen Sie ihn bei der Antwort – wenn möglich – direkt mit Namen an. Ihre Antworten sollten kurz und prägnant sein und die Begriffe und Formulierungen des Fragestellers enthalten. Bei Ihrer Antwort halten Sie Blickkontakt nach der 25-75-Regel: zu 25% mit dem Fragesteller, zu 75% mit dem Rest des Publikums. Am Ende klären Sie unbedingt ab, ob die Frage damit beantwortet ist. Lassen Sie Fragen und Antworten gegebenenfalls aufschreiben.

Sie können die Frage nicht beantworten?

In diesem Fall wiederholen Sie die Frage und klären Sie ab, ob Sie sie richtig verstanden haben. Sie können die Frage auch an das Publikum weitergeben. Sie könnten dem Fragesteller Quellen nennen, unter denen er die Antwort finden kann. Klären Sie ab, wie wichtig die sofortige Beantwortung ist oder ob die Frage noch zurückgestellt werden kann. Schreiben Sie die Frage sichtbar auf, z.B. auf eine „Offene Punkte Liste“. Vereinbaren Sie inen Zeitpunkt, zu dem die Antwort nachgeliefert wird.

Kritische Beiträge

Klären Sie konkret, auf was oder wen sich die Kritik bezieht. Hinterfragen Sie den kritischen Beitrag deteilliert mit einer Gegenfrage: „Sie sagten…“ oder „Was meinen sie genau mit…“ Sie können den Frager auch nach einem konkreten Lösungsvorschlag fragen.

Sie brauchen Zeit zum Nachdenken

Klären Sie, ob die Fragestellung für alle Zuhörer interessant ist oder die Beantwortung nur für den Fragesteller wichtig ist. Bitten Sie den Fragesteller, die Frage noch einmal zu wiederholen. Ignorieren Sie die Frage beim ersten Mal („Nicht gehört“) – wichtig dabei: Kein Blickkontakt mit dem Fragesteller 😉 Wiederholen Sie die Frage und klären Sie deren Verständnis. Stellen SIe sicher, dass alle im Publikum die Frage verstanden haben.

Jemand unterbricht sie

Lassen Sie den Fragesteller sagen, was er zu sagen hat und bitten ihn dann, zu warten bis Sie fertig sind.

Gleiche Frage wird wieder gestellt

Beantworten Sie die Frage und versuchen Sie dabei, es auf eine andere Weise bzw. mit anderen Worten zu erklären. Vermeiden Sie „Du-Depp-Formulierungen“ wie: „Wie ich ja bereits vorhin deutlich gemacht habe…“

Wirre Fragen

Bitten Sie die Person, die Frage noch einmal mit anderen Worten zu formulieren. Antworten Sie auf den Teil der Frage, den Sie verstanden haben. Oder bieten Sie dem Fragesteller an, sich mit ihm nach der Diskussion persönlich zu unterhalten.

Profilierungsfragen

Bieten Sie dem Fragesteller seine Bühne. Zeigen Sie ihm, dass Sie ihn ernst nehmen und ihn verstehen. Visualisieren Sie seine Frage. Er erhält somit die Aufmerksamkeit, die er möchte und Sie können nach kurzer Zeit mit Ihrer Präsentation fortfahren. Versuchen Sie diesen Teilnehmer zu unterbrechen, wird er umso heftiger um „seine Bühne“ kämpfen oder sich in den „verdeckten Widerstand“ zurückziehen.

Lange unzusammenhängende Frage

Wenn Sie sehen, auf was die Frage hinauslaufen wird, dann unterbrechen Sie höflich und formulieren Sie die Frage mit eigenen Worten.

Frage die das restliche Publikum nicht interessiert

Antworten Sie so kurz wie möglich auf diese Frage. Möglicherweise fragen Sie das Publikum, ob sich noch jemand dafür interessieren würde. Wenn ein reges Interesse besteht, dann fahren Sie mit der Beantwortung fort.

Vielredner

Lassen Sie den Fragesteller keinen Monolog halten – stoppen oder bremsen Sie ihn. z.B. mit einem „Was genau ist (jetzt) Ihre Frage?“ oder „Können Sie uns bitte Ihre Frage nennen?“ oder auch gleich mit einer Antwort „Um auf den Kern Ihrer Frage zu kommen…“ bzw. „Was ich aus Ihren Worten heraushöre, ist…“ Ich hoffe, Sie sind nun besser auf Fragen aus dem Publikum vorbereitet. Ihr Andreas Straub Fotocredit: Rainer Sturm  / pixelio.de